Darum gehts
- In Ruppoldsried BE brannte der Bio-Hof «Chinzi» am Mittwochabend komplett ab.
- Einzelne Schweine starben im Feuer, Kühe und Hühner wurden gerettet.
- Die Familie Ruchti lebt seit 1912 auf dem Hof.
Im beschaulichen Bauerndorf Ruppoldsried BE brannte am Mittwochabend der Bio-Hof «Chinzi» komplett ab. «Wir haben alles verloren», sagt der Bauer Pascal Ruchti (33). Blick spricht mit ihm einen Tag nach dem Brand. Er wirkt erschöpft. Immer wieder kommen Dorfbewohner vorbei und umarmen den Mann. Alle bieten ihre Hilfe an.
Feuer startete wohl im Maschinenschopf
Bauer Ruchti bemerkte das Feuer, als er mit dem Auto nach Hause fuhr. «Ich sah, dass aus dem Maschinenschopf Rauch und Feuer kam», sagt er. «Es waren bereits Kollegen aus dem Dorf da. Sie hatten schon die Feuerwehr verständigt.»
Sofort begannen Pascal Ruchti, seine Frau Sarah und die Helfer, die Tiere aus den Ställen zu holen. «Wir haben bei den Kühen angefangen, wir konnten sie alle in Sicherheit bringen. Dann drehte der Wind – und der Schweinestall fing schneller Feuer, als wir erwartet hatten.» Einzelne Tiere seien wieder zurück in das Feuer gerannt. «Sie flüchteten in Richtung Licht. Das wurde ihnen zum Verhängnis», so der Bauer. «Wir konnten nicht alle Schweine retten.»
Alle Spielsachen sind verbrannt
Das Feuer startete vermutlich beim Maschinenschopf, griff auf Kuh- und Schweinestall über und vernichtete am Schluss das Wohngebäude. Die Familie ist noch unter Schock. Sie trauern um die Tiere und haben ihr ganzes Hab und Gut verloren. «Ich bin robust, aber die Kinder sind sehr traurig», sagt der Bauer. «Alle Spielsachen und Nuscheli sind kaputt.»
Die Solidarität im Dorf sei gewaltig, sagt Ruchti sichtlich gerührt. «Wir überlegen gerade noch, was wir jetzt am meisten brauchen. Wir wohnen vorerst bei meinen Eltern, die Tiere sind auf zwei Höfen in der Nähe untergebracht.»
Hof war frisch renoviert
Der Bauer ist zusammen mit seiner vierköpfigen Familie bereits die dritte Generation auf dem «Chinzihof». Die Ruchtis sind seit 1912 hier am Bauern. Gebrannt hatte es bis jetzt noch nicht. Das Dach war gerade erst frisch renoviert worden.
Eine gute Nachricht hat der Bauer: «Entgegen ersten Meldungen wurden keine Menschen verletzt. Es war bei Brandausbruch niemand auf dem Hof. Zudem konnten wir alle Kühe und Hühner retten.»
Gemeinde publiziert Spendenaufruf
Auch die Gemeinde Rapperswil BE, zu der Ruppoldsried gehört, greift der Familie unter die Arme und hat einen Spendenaufruf auf der eigenen Webseite veröffentlicht. Dort heisst es: «Die Familie Ruchti aus Ruppoldsried hat beim Brand ihres Bauernhauses am 1. Juli 2026 alles verloren. Wer die Familie finanziell unterstützen möchte, darf Spenden auf das Konto der Familie überweisen.» Die Bankdaten sind dort angegeben.