Aus mittelalterlichen Gräbern
Spektakulärer Goldfund in Basel

In Basel sind 15 frühmittelalterliche Gräber zum Vorschein gekommen. Einzelne sind mit wertvollen Beigaben ausgestattet. Höhepunkt ist der Fund einer goldenen Gewandschliesse aus einem Frauengrab.
Publiziert: 25.11.2022 um 16:29 Uhr
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Aktualisiert: 25.11.2022 um 17:06 Uhr
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Bei Rettungsgraben im Zusammenhang mit dem Fernwärme-Ausbau stiess die Archäologische Bodenforschung des Kantons Basel-Stadt auf eine goldene Gewandschliesse - ein besonderes Fundstück in einem frühmittelalterlichen Grab.

Die sogenannte Scheibenfibel wurde im 7. Jahrhundert einer etwa 20-jährigen Frau mit ins Grab gegeben. «Das ist ein aussergewöhnliches Stück», sagte der Basler Kantonsarchäologe Guido Lassau am Freitag vor den Medien. Solche Funde seien in frühmittelalterlichen Gräbern «eher singulär».

Der Grabschmuck lasse darauf schliessen, dass die Frau einen höheren gesellschaftlichen Status innehatte. Bei ihr wurden zudem 160 Perlen sowie römische Münzen, die als Schmuck getragen wurden, gefunden. Vermutlich stammte sie aus einer Familie mit Grundbesitz in der damals noch ländlichen Gegend des heutigen Kleinbasels, wie Lassau sagte.

Mitarbeitende der Archäologischen Bodenforschung stiessen vor drei Wochen bei der Riehentorstrasse im Kleinbasel auf die Gräber. Es handelte sich um Rettungsgrabungen im Zusammenhang mit dem Ausbau der Fernwärmeleitungen. Bei der Verlegung einer Gasleitung, die im Rahmen dieser Bauarbeiten stattfand, kam das Frauengrab zum Vorschein. Das Skelett der Frau wurde bei Bauarbeiten im 20. Jahrhundert versehentlich zerstört, der Schmuck blieb damals noch unentdeckt.

Die Archäologinnen und Archäologinnen fanden noch weitere Gräber, die mit reichen Beigaben versehen waren. So stiessen sie auch auf ein Mädchengrab mit einer goldtuschierten Gürtelschnalle und 380 Perlen. Ein weiteres Grab eines Buben enthielt unter anderem silbertauschierte Gürtelbeschläge.

Zudem kam das Skelett eines Mannes zum Vorschein, der massive Gesichtsverletzungen aufwies. Der Mann habe einen massiven Schwerthieb erlitten und dabei einen Teil des Oberkiefers verloren. Der Versehrte, vermutlich selbst ein Schwertkämpfer, habe das aber überlebt und sei erst Jahre danach gestorben, erklärte Lassau. Dies sei ein Hinweis auf die fortgeschrittene medizinische Versorgung im Frühmittelalter.

Das frühmittelalterliche Gräberfeld war schon seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Die jüngsten Funde belegten, dass das Gräberfelder damals dichter belegt war als bisher angenommen.

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(SDA)

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