Aktuell bei über 2 Stutz!
Darum sind Diesel-Fahrer beim Tanken die Dummen

Diesel kostet erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs über zwei Franken pro Liter – deutlich mehr als Benzin. Warum trifft es gerade Diesel-Fahrer so hart? Wer profitiert vom Preissprung – und wer zahlt am Ende die Rechnung? TCS-Experte Marco Wölfli klärt auf.
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Derzeit liegt der Preis für Diesel in der Schweiz bei über 2 Franken.
Foto: Patrik Berger

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Dieselpreise in der Schweiz überschreiten wieder 2 Franken pro Liter
  • Hauptgrund: Hohe Heizölnachfrage durch Winter und Nahost-Spannungen
  • Aktueller Dieselpreis: 2.01 Franken, Bleifrei 95 kostet 1.77 Franken
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Daniel MacherRedaktor News

Erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs kratzt der Dieselpreis in der Schweiz wieder an der psychologisch wichtigen Marke von zwei Franken – und hat sie vielerorts bereits überschritten. Laut TCS kostet der Liter derzeit im Schnitt 2.01 Franken. Bleifrei 95 liegt dagegen bei 1.77 Franken. Viele Autofahrerinnen und Autofahrer fragen sich: Warum trifft es ausgerechnet die Diesel-Fahrer am härtesten?

Die Preisexplosion hat gleich mehrere Ursachen. «Diesel ist ein ähnliches Produkt wie Heizöl. Wenn Heizöl teurer wird, steigt deshalb meistens auch der Dieselpreis», erklärt Marco Wölfli, Mediensprecher des Touring Club Schweiz (TCS) auf Anfrage von Blick. Mit dem anhaltenden Winter in Europa und dem Krieg im Nahen Osten sei die Nachfrage nach Heizöl zuletzt stark angestiegen – und mit ihr automatisch der Dieselpreis.

Globale Märkte – lokale Folgen

Hinzu kommt die besondere Bedeutung von Diesel als «universeller Energieträger». Heisst konkret: Benzin wird fast nur im Privatverkehr eingesetzt. Beim Diesel aber ist das anders. «Diesel hat einen breiten Einsatzbereich in der Landwirtschaft, in der Bauwirtschaft und im Gütertransport. In manchen Ländern kommt er auch für die Stromproduktion zum Einsatz. Dass weniger Personenwagen mit Diesel fahren, fällt dabei nicht ins Gewicht», sagt Wölfli.

Die Schweiz bezieht einen Grossteil ihres Diesels über den Markt im niederländischen Rotterdam, den grössten europäischen Umschlagplatz für Mineralölprodukte. Jeder Preissprung dort schlägt deshalb rasch auf die Schweizer Zapfsäulen durch. Gleichzeitig bleibt die weltweite Raffinerie-Kapazität für Dieselkraftstoff knapp. «Für die Raffinerien dürften sich die höheren Dieselpreise lohnen. Allerdings können sie nicht einfach mehr Diesel produzieren. Dafür wären technische Anpassungen nötig, die Zeit und Investitionen erfordern», erklärt Wölfli.

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Die Rechnung zahlen die Verbraucher

Am stärksten trifft die Diesel-Teuerung jene, die keine Alternative haben: Spediteure, Landwirte und das Baugewerbe. «Da Diesel grösstenteils in der Industrie und im Gütertransport zum Einsatz kommt, sind auch diese Verbraucher am stärksten betroffen. Insbesondere weil es für sie keine Alternativen gibt», betont Wölfli. Private Autofahrer können notfalls auf den öffentlichen Verkehr umsteigen – Lkw-Fahrer oder Baggerführer nicht.

Die höheren Dieselpreise schlagen deshalb doppelt durch: einmal direkt an der Tankstelle und ein weiteres Mal beim Einkaufen. Denn steigende Transportkosten verteuern mittelfristig viele Produkte. «Durch höhere Dieselpreise und Transportkosten verteuern sich mittelfristig auch die Produkte für die Endkunden», so der TCS-Sprecher. Wie es weitergeht, lässt sich laut TCS derzeit kaum prognostizieren. «Solange die geopolitische Lage derart volatil bleibt, dürfte es keine Entspannung geben», warnt Wölfli.

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