Darum gehts
- Loa Wild wird am Samstag Präsidentin der jungen GLP Schweiz
- Multitalent: Musikerin, Psychologiestudentin und Politikerin aus Altdorf
- 2024 mit 810 Stimmen in den Urner Landrat gewählt
Gibt sie den Ton an? Die talentierte Musikerin, Jungpolitikerin und Psychologiestudentin Loa Wild (22) spielt bald die erste Geige der Jungen GLP. An der Delegiertenversammlung am Samstag dürfte sie zur Präsidentin gewählt werden – sie folgt auf die Co-Spitze Maya Tharian (27) und Gwenaël Richard (27).
Wild ist ein Multitalent. Sie studiert an der Uni Zürich Psychologie und Politikwissenschaften im Nebenfach, macht Indie-Musik und übernimmt nun das höchste Amt der Jungen GLP. In der noch immer männerdominierten Politik hat sie sich längst durchgesetzt. Wild ist offen, optimistisch gestimmt, gekleidet im modernen Anzug, passend dazu viel Silberschmuck.
Wild mischt die Männerbastion auf
«Ich möchte nicht weniger machen als das, was ich jetzt mache», erklärt Wild beim Treffen mit Blick. Die Politikerin aus Altdorf UR braucht Vielseitigkeit – und ist dankbar dafür: «Es gibt viele Synergien. Ich ziehe aus der Politik viel für die Musik, aus der Musik viel für das Studium.» Mit 18 Jahren begann ihre politische Karriere mit der Mitgründung der Jungen GLP Uri. Als Vizepräsidentin der ersten Stunde habe sie frisch aus der Schule einen Ort gefunden, an dem sie mit Gleichgesinnten etwas gestalten und diskutieren konnte.
Nach der Matur folgte Wild ihrem Wunsch: «Ich mache jetzt alles, wofür ich Lust und Leidenschaft habe.» So kam es, dass Wild neben ihrem Vizepräsidium in mehreren überparteilichen Gremien tätig war.
Uri ist politisch eine Männerbastion: 2022 bestand der Regierungsrat im Kanton noch ausschliesslich aus Männern. Im Projekt «Helvetia ruft» fand Wild sich zu Beginn ihrer politischen Karriere in einem Umfeld aus erfolgreichen Frauen der Urner Politik wieder. Der Verein setzt sich für die Sichtbarkeit von Frauen in der Politik ein.
Zu Beginn war die Junge GLP noch Vollwaise. Denn: Die «Mutterpartii», wie Wild in ihrem Dialekt sagt, wurde erst ein Jahr nach der Jungpartei gegründet. 2024 gelang es gleich, zwei Sitze im Urner Landrat zu ergattern – darunter auch jener von Wild. Sie wurde auf Anhieb gewählt.
Zwischen Zürich, Altdorf und Erstfeld
Wild pendelt zwischen ihrem Studienort in Zürich und ihrer WG in Schlieren ZH, dem Zuhause Altdorf UR und dem Musikstudio in Erstfeld UR. Immer unterwegs, habe sie ihren Kanton nochmals so richtig lieben gelernt. «Das Schöne am Kanton Uri ist, wenn man dort aufwächst, der nahe Bezug zur Natur»: Baden im See, Wandern, Ski fahren, Surfen und mehr.
Wer viel unterwegs ist, kommt auch einmal an: «Wenn der Tag durch ist, setze ich mich hin und spiele. Ich schaue, was herauskommt – und verarbeite so, was passiert ist.» Wilds erste Single erschien 2022 unter dem Titel «Messy». Wie auch ihre anderen Stücke singt Wild diesen auf Englisch. So falle es ihr leichter, auszudrücken, was in ihr vorgeht. «Ich habe das Gefühl, Schweizerdeutsch ist sehr viel persönlicher und intimer.»
Schweizerdeutsche Lieder hat sie zwar noch keine veröffentlicht, aber auch schon welche geschrieben. Ihre Songs werden von einem Produzenten fertiggestellt – sein Studio ist in einem Stall eingerichtet, erzählt Wild lachend. «Es ist zuhinterst im Tal und rundherum sind das Bergpanorama und Wiesen zu sehen.»
Der nächste Schritt in ihrer Polit-Karriere ist nun das Präsidium der Jungen Grünliberalen. «Ich bin vor jeder Mitgliederversammlung ein bisschen nervös.» Seit über einem Jahr bereite sie sich mental auf die Wahl vor. «Es ist sehr surreal, dass es jetzt hier ist und überhaupt passiert, aber ich freue mich eigentlich vor allem.»
Eine Frage noch: Woher kommt eigentlich ihr Vorname? Er ist selten und hat isländische Wurzeln. «Ich kenne nur drei Leute mit diesem Namen», sagt Wild. «Eine Kollegin meiner Eltern, nach der ich benannt worden bin – und die Person, die später nach mir benannt worden ist.»