Zehn Wochen sind Spitze
Diese Kantone haben die längsten Sommer-Schulferien

Im Kanton Tessin geniessen die Schülerinnen und Schüler zehn Wochen Sommerferien. Obwohl Experten diese Praxis kritisieren, scheint sich im Tessin niemand so richtig daran zu stören.
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Im Kanton Tessin gibt es 10 Wochen Schulferien.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Tessin bietet Primarschülern 10 Wochen Sommerferien, schweizweit die längste Pause
  • Zu lange Ferien am Stück sind umstritten

  • Schüler im Tessin schneiden bei Pisa-Tests durchschnittlich oder besser ab
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Schülerinnen und Schüler im Kanton Tessin geniessen rund zehn Wochen Sommerferien – so lange wie sonst nirgends in der Schweiz. Dahinter folgt das Wallis mit 7,5 Wochen – wobei die Dauer je nach Gemeinde unterschiedlich ausfallen kann – sowie Genf, Jura, Uri und die Waadt mit je sieben Wochen. Am anderen Ende der Skala stehen die Kantone Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Bern, St. Gallen, Schaffhausen, Schwyz, Thurgau und Zürich mit jeweils fünf Wochen Sommerferien.

Betrachtet man allerdings das gesamte Schuljahr, sind die Unterschiede deutlich kleiner. Schweizweit kommen alle Schülerinnen und Schüler – je nach Kanton – auf rund 13 Wochen Ferien. Der eigentliche Unterschied liegt also nicht in der Gesamtzahl der Ferientage, sondern darin, wie diese über das Jahr verteilt werden.

Ob lange Sommerferien tatsächlich sinnvoll sind, wird seit Jahren diskutiert. Kritiker warnen davor, dass Kinder und Jugendliche nach einer langen Unterrichtspause zunächst wieder in den Schulalltag und den Lernrhythmus finden müssen. Die belgische Region Wallonien verkürzte deshalb ihre Sommerferien und verteilte die freien Wochen stärker über das Schuljahr. Ziel war es, Lernrückstände zu verringern und die Belastung gleichmässiger zu verteilen. In der Schweiz fehlen bislang jedoch belastbare Daten, um die Auswirkungen unterschiedlich langer Sommerferien auf die schulischen Leistungen zu vergleichen.

Ferien sind nicht immer einfach zu vereinbaren

Viele Eltern kennen das Problem: Arbeit und Schulferien unter einen Hut zu bringen, ist jedes Jahr aufs Neue eine organisatorische Herausforderung. Während Berufstätige in der Schweiz meist fünf Wochen Ferien pro Jahr haben, kommen Schulkinder – je nach Kanton – auf rund 13 Wochen. Ferienlager, Grosseltern oder Betreuungsangebote werden deshalb für viele Familien zur Notwendigkeit.

Das Tessiner Erziehungsdepartement nennt die hohen Sommertemperaturen als einen Grund für die langen Sommerferien im Südkanton. Während der schulfreien Zeit finden im ganzen Kanton zahlreiche Sport-, Sprach- und Freizeitkurse statt. «Jeder hat die Möglichkeit, daran teilzunehmen», sagt Sprecher Pietro Snider.

Dass die lange Sommerpause dem Lernerfolg schadet, glaubt das Departement nicht. «Das Tessiner Bildungssystem führt unabhängig von der Dauer der Sommerferien insgesamt zu guten Resultaten», sagt Snider. Bei den Pisa-Tests liegen die Tessiner Schülerinnen und Schüler je nach Fach im Mittelfeld oder sogar über dem Schweizer Durchschnitt.

Einen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass längere Sommerferien automatisch zu schlechteren schulischen Leistungen führen, gibt es für die Schweiz bislang nicht. Klar ist lediglich: Die Kantone setzen bei der Verteilung der Ferien unterschiedliche Schwerpunkte – die Gesamtzahl der Ferientage unterscheidet sich hingegen nur wenig.

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