Wagt erster Kanton Tabubruch?
Schüler sollen nur noch vier Tage zur Schule

Nur vier Tage Schule, dafür weniger Ferien – dieses Modell forderte die Aargauer FDP-Fraktion bereits vor drei Jahren. Doch im Grossen Rat war das Vorhaben chancenlos. Nun wird ein entsprechendes Modell in Belp BE getestet – und die FDP wagt einen neuen Anlauf.
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In Belp BE startet im August ein Pilotversuch, bei dem Kinder nur noch vier Tage zur Schule gehen, aber dafür weniger Ferien haben. (Symbolbild)
Foto: imago/serienlicht

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Belp startet im August ein dreijähriges Pilotprojekt mit Viertagewoche und weniger Ferien
  • Ein ähnliches Projekt der Aargauer FDP-Fraktion scheiterte 2024 deutlich im Grossen Rat
  • Nun wagt sie mit Blick auf Belp einen neuen Versuch per Interpellation
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Patrick GerberRedaktor Politik

Bereits vor drei Jahren forderte die FDP-Fraktion im aargauischen Grossen Rat eine Bildungsoffensive – mit Viertagewoche und weniger Ferien. Das Vorhaben wurde im Rat deutlich zurückgewiesen. Im August startet nun aber die Berner Gemeinde Belp ein entsprechendes Pilotprojekt – und die Aargauer FDP holt die Jahresschule wieder aus der Versenkung! Dies berichtet die «Aargauer Zeitung». 

46 Schulwochen und nur sechs Wochen Ferien – das wird für die Schüler der Gemeinde Belp für die nächsten drei Jahre Realität sein. So lange dauert der Pilotversuch. Die Kinder sollen von 8 bis 16.30 Uhr betreut werden. Dabei wird die traditionelle Volksschule mit einer Tagesschule kombiniert, wie Blick berichtete. Mit dem neuen Modell sollen Eltern, Kinder und Lehrpersonen entlastet werden.

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FDP macht im Aargau Druck

Im Aargau waren die Meinungen dazu 2024 deutlich. Die besagte FDP-Motion wurde vom Grossen Rat klar abgelehnt – mit 107 gegen 25 Stimmen. Die Regierung solle das neue Modell in einem Pilotprojekt testen, forderten die Befürworter. Der Aargauer Regierungsrat sprach sich dagegen aus. Solch weitreichende Neustrukturierungen seien nur auf Basis einer interkantonalen Diskussion und demokratisch breit verankerter Prozesse möglich, argumentierte er. 

Nur kurze Zeit nach dieser Schlappe wagt die FDP-Fraktion nun einen weiteren Anlauf – mit einer Interpellation. Mit Blick auf die Bildungsoffensive in Belp stellen die Befürworter dem Regierungsrat acht Fragen zur Umsetzbarkeit eines ähnlichen Pilotversuchs. Der Aargau wäre damit der erste Kanton, der diesen Tabubruch wagt.

Dabei geht es um eine Einschätzung hinsichtlich der pädagogischen Qualität, der Belastung der Schulkinder und der Vereinbarkeit von Schule und Familie. Zudem will die FDP-Fraktion wissen, ob ein solches Modell im Aargau überhaupt erlaubt ist. 

Mit Stephan Huber, Professor an der Johannes-Kepler-Uni in Linz (A), äusserte sich auch ein Experte zur Bildungsoffensive in Belp. Die Forschung habe noch zu wenig Daten, um eine Aussage zur Viertagewoche machen zu können, erklärte er gegenüber SRF. Momentan werden ähnliche Systeme auch anderswo getestet – etwa im Bundesland Sachsen-Anhalt in Deutschland.

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