Diesel-Engpass in der Schweiz: Ab heute bis zum 22. November dürfen bis zu 45’000 Kubikmeter Dieselöl aus den Pflichtlagern bezogen werden. Dies macht ungefähr vier Prozent der aktuell vorhandenen Menge aus. Mit diesen Bezügen soll sichergestellt sein, dass unser Land weiterhin mit Dieselöl versorgt ist.
Neben dem Iran-Krieg machen der Schweiz logistische Probleme zu schaffen. Das Niedrigwasser im Rhein erschwert die Mineralölversorgung schon seit längerem. Zur jetzigen Versorgungslücke haben nun Verzögerungen bei der Pumpung von Rohöl in Südfrankreich geführt. Die Region war in den letzten Tagen von starken Regenfällen betroffen, so der Bund.
Lage bleibt fragil
Die Versorgung mit Treibstoff für Flugzeuge ist dank Bezügen aus den bereits bewilligten Pflichtlagern ebenfalls gewährleistet. Benzin und Heizöl sind aktuell ebenfalls genügend vorhanden. Der Bund schreibt jedoch, dass die Lage für Mineralölprodukte fragil bleibt. Bereits im September bezog die Schweiz Benzin und Diesel aus den Pflichtlagern. Bund und Branchenakteure behalten die Versorgungslage weiterhin aufmerksam im Blick.
Erst vor neun Tagen warnte die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem Ölmarkt-Report vor Engpässen beim Diesel. Die Rede ist von «extremem Druck» auf den Diesel- und Heizölmarkt. Laut IEA bleibt die Versorgung wohl «bis weit ins Jahr 2027 hinein» knapp.
Dieselpreis seit Wochen auf Rekordhoch
Das kriegen Autofahrer hierzulande seit Wochen deutlich an den Zapfsäulen zu spüren: Gemäss den aktuellen Zahlen des Touring-Clubs Schweiz (TCS) kostet der Liter Diesel hierzulande im Schnitt 2.45 Franken. An einzelnen Zapfsäulen knackt er gar die 2.50-Franken-Grenze. Noch nie war Diesel in der Schweiz so teuer wie in den letzten Wochen. Zum Jahresbeginn lag er noch bei 1.78 Franken pro Liter.
Die Spritpreise in der Schweiz sind nicht nur durch internationale Unsicherheiten an den Märkten und durch den Rohölpreis bestimmt, Einfluss haben auch die steigenden Frachtkosten für die Einfuhr, weil die Rheinpegelstände tief sind.