Darum gehts
- Rolex-Tischuhr und Goldbarren an Trump lösten Zoll-Wirbel aus
- Budliger: Der Bund habe nichts geschenkt; alles sei korrekt registriert
- Beim Schweizer 15-Prozent-Deal laufen Gespräche weiter
Eine Rolex-Tischuhr und ein gravierter Goldbarren – die beiden Geschenke, die im November 2025 von Schweizer Wirtschaftsführern an den US-Präsidenten Donald Trump (80) übergeben wurden, sorgten damals für grossen Wirbel. Hatte die Schweiz etwa gerade im Rahmen der Zollverhandlungen die amerikanische Regierung bestochen?
Nun äussert sich Noch-Seco-Chefin Helene Budliger Artieda (61). Laut der Staatssekretärin für Wirtschaft handelte es sich um Geschenke «an das amerikanische Volk», sagt sie gegenüber dem Wirtschaftsportal Bloomberg. Sie seien «ordnungsgemäss» im Weissen Haus registriert und würden – wenn alles gut laufe – in der Präsidentenbibliothek landen.
Delegation habe Geschenk rechtlich geprüft
Die Delegation, die hauptsächlich aus Genfer Unternehmern bestand, ersuchte damals Trump, die verhängten Strafzölle von 39 Prozent doch noch abzuschwächen. In der Schweiz reichten zwei Grünen-Nationalräte aufgrund des Stunts gar eine Strafanzeige ein. Und die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats ermittelt aktuell, ob im Rahmen des Zolldeals die Grenzen zwischen Staat und Privatwirtschaft verwischt wurden.
Budliger hält bei Bloomberg dagegen: «Die Schweizer Regierung hat nichts geschenkt. Das ist das Wichtigste.» Die Führungskräfte aus der Wirtschaft hätten ihr zudem versichert, dass ihre Anwälte die Angelegenheit vorgängig geprüft hätten. Derweil laufen die Gespräche über den neuen 15-Prozent-Deal weiter, so die Seco-Chefin. «Die USA haben sich an die Vereinbarung gehalten», so Budliger. «Jetzt wollen wir Gewissheit respektive ruhigere Gewässer.»