Ausländer sorgen für Uni-Boom
Rekord an den Unis – doch den Schulen gehen die Kinder aus

Die tiefe Geburtenrate wird durchschlagen: In der Schweiz sinkt die Zahl der Primarschüler bis 2035 laut neusten Berechnungen um 8 Prozent. Boomen aber dürften die Unis – dank der Zuwanderung.
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Bis 2035 dürfte die Zahl der Primarschüler um 8 Prozent abnehmen.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • In der Schweiz sinkt die Geburtenrate. Das sorgt ab 2029 für weniger Primarschülerinnen und Primarschüler
  • An den Unis und Fachhochschulen dürfte es aber in einigen Jahren so viele Studierende geben wie noch nie
  • Grund dafür sind insbesondere ausländische Studierende
Lucien Fluri
Lucien FluriCo-Ressortleiter Politik

Studentinnen und Studenten werden der Schweiz – vorerst – nicht ausgehen: Bis 2035 wird die Zahl noch deutlich zunehmen. Das hält das Bundesamt für Statistik in seinen neusten Bildungsszenarien fest.

Der Bund rechnet mit einer Studi-Zunahme von 21 Prozent bis 2035. Erstmals dürfte die Schweiz dann über 300’000 Master- und Bachelorstudierende zählen. Grund dafür: Das Bevölkerungswachstum einerseits, vor allem aber werden Studierende aus dem Ausland für ein Wachstum sorgen.

Ganz anders sieht es auf Stufe Primarschule aus. Denn dort macht sich bald die seit 2022 sinkende Geburtenrate bemerkbar. 2027/28 könnte die Zahl der Primarschüler zwar noch einen Höchststand erreichen. Bis 2035 dürfte die Zahl der Schülerinnen und Schüler auf der Primarstufe um 8 Prozent sinken – im Vergleich zu heute.

Das hat schliesslich auch Folgen für die weiteren Bildungsstufen. Ab 2034 sinkt die Zahl der Schülerinnen und Schüler auf der Stufe Sek I. Bei den höheren Ausbildungen (Sek II) schlägt die sinkende Geburtenrate bis 2035 noch nicht durch. Bis dann rechnet der Bund in der beruflichen Grundbildung (Eidgenössisches Berufsattest und Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis) mit einem Anstieg um 10 Prozent, in den allgemeinbildenden Ausbildungen (gymnasiale Maturität und Fachmittelschulen) um 12 Prozent.

Seit 2005 ist die Zahl der Studierenden massiv gestiegen

Der Arbeitgeberverband und der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse kamen 2024 in einer Studie zum Schluss, dass sich das inländische Arbeitskräfteangebot bis 2035 um rund 297’000 Vollzeitbeschäftigte reduzieren wird.

Vorderhand gibt es – trotz absehbarem Schülerrückgang – auch gute Nachrichten für die Wirtschaft: Die Studierendenzahlen an den praxisnahen höheren Fachschulen werden bis 2035 um 17 Prozent zunehmen. 2035 werden laut dem Bund auf Diplomstufe 41’300 Studierende erwartet. «Die Zahl der dort verliehenen Abschlüsse dürfte sich um 16 Prozent erhöhen», schreibt das Bundesamt für Statistik. «Bei den eidgenössischen Diplomen ist ebenfalls mit einem Anstieg zu rechnen (plus 15 Prozent), die Zahl der eidgenössischen Fachausweise dürfte hingegen stabil bleiben (plus 1 Prozent).»

Bereits zwischen 2005 und 2025 hatten die Studierendenzahlen an Unis, Fachhochschulen und pädagogischen Hochschulen stark zugenommen. Zwischen 2005 und 2025 stiegen die Studierendenzahlen von 137’000 auf 246’000.

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