Nein an der Urne, aber …
Bund will trotzdem mehr Vegi-Produkte

Die Schweiz will bis 2050 einen Selbstversorgungsgrad von 50 Prozent erreichen. Doch Bevölkerungswachstum und begrenzter Boden machen eine Umstellung auf mehr pflanzliche Ernährung unumgänglich, zeigt die Strategie des Bundesrats.
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Der Bundesrat hofft in der Zukunft auf mehr pflanzliche Lebensmittel in den Regalen.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Ernährungsinitiative scheitert, doch der Bundesrat will pflanzliche Ernährung fördern
  • Schweiz strebt 50 % Selbstversorgung bis 2050 an, aktuell nur knapp darunter
  • Wasserversorgung und PFAS halten das Parlament auf Trab

Die Ernährungs-Initiative ist untergegangen, doch die Probleme bleiben. Dass sie beim Volk keine Mehrheit finden würde, war absehbar. Keine der Parteien im Parlament unterstützte die Vorlage. Die Baustellen, die die Initiative ansprach, sind damit jedoch noch lange nicht vom Tisch. 

Die 70 Prozent Nein zur Initiative ändern nichts daran, dass der Bundesrat mehr pflanzliche Produkte in den Regalen will. Die Schweizer Agrarpolitik orientiert sich am Zukunftsbild 2050, in dem der Bund einen Selbstversorgungsgrad von 50 Prozent anstrebt. Gemäss dem Agrarbericht 2025 liegt dieser aktuell fast auf diesem Wert. Es scheint also, als wäre das Ziel schon in Reichweite – wenn da nur das Bevölkerungswachstum nicht wäre. 

Um mehr Menschen ernähren zu können, sind mehr Ressourcen und mehr Boden nötig. Boden ist in der Schweiz jedoch ein knappes Gut. Um nicht mehr Nahrungsmittel importieren zu müssen, muss der Boden im Inland also effizienter genutzt werden. In der Produktion benötigen tierische Lebensmittel mit Futter- und Weideland wesentlich mehr Boden als pflanzliche Lebensmittel, die direkt ab dem Acker verzehrt werden können. Modelle des Bundes zeigten im Frühling auf, dass «die Ziele nur dann erreicht werden, wenn eine deutliche Verschiebung weg von tierischen hin zu pflanzlichen Lebensmitteln stattfindet».

Herausforderung Wasser

Nebst dem Selbstversorgungsgrad forderte die Initiative auch Massnahmen zur Sicherung des Grundwassers. Nach der Trockenheit im vergangenen Hitzesommer beschäftigt dieses Thema die Politik ohnehin. So reichte der Tessiner SP-Nationalrat Bruno Storni gerade einen Vorstoss für ein nationales Wassermanagementsystem ein. Damit soll künftig geklärt werden, welche Wassernutzung bei Dürre priorisiert werden soll. 

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Auch die Sauberkeit des Trinkwassers, zu der die Initiative Forderungen aufgestellt hat, beschäftigt die Politik weiterhin. Ein Dauerbrenner ist hier die Regulierung der Ewigkeitschemikalien (PFAS). Auch in der aktuellen Session gab es mehrere Vorstösse zum Thema. Der Bundesrat kündigte hier einen Aktionsplan für Ende 2027 an. 

Bundesrat drückt Verantwortung den Konsumenten ab

Wenn es um die Zukunft der Landwirtschaft geht, ist das Projekt Agrarpolitik 2030+ massgebend. Anfang September hat der Bundesrat seine Pläne in die Vernehmlassung gegeben. Er will sowohl den Landwirten als auch den Konsumenten mehr Verantwortung für ein ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltiges Ernährungssystem übertragen. 

Die Kritik an den Vorhaben des Bundesrats kam schnell und aus unterschiedlichen Richtungen. Der Bauernverband bemängelte die Reduktion der Direktzahlungen an die Bauern. Für die Umweltverbände fanden sich in den Vorhaben zu wenig Massnahmen zum Klima- und Naturschutz: «Der Schutz von Klima, Biodiversität, Böden und Gewässern ist die Voraussetzung für eine wirtschaftlich erfolgreiche Landwirtschaft.» Wie sich die Landwirtschaft in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entwickelt, dürfte also weiter für reichlich Zunder sorgen.

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