Matters Französisch-Panne, Thurgauer Äpfel
Diese fünf Momente sorgten 2025 für Lacher im Bundeshaus

Politiker und Politikerinnen führen im Parlament harte Debatten. Bei der 10-Millionen-Schweiz legten sie einen Redemarathon hin, beim Sparpaket wurde um jeden Rappen gefeilscht. Dazwischen blieb aber auch Platz für ein bisschen Komik – eine Umschau.
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Guy Parmelin wird zum Bundespräsidenten gewählt – und sorgt gleich für Lacher.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Politiker und Politikerinnen liefern auch unterhaltsame Momente
  • Nicht immer geschieht das ganz freiwillig
  • Blick hat fünf witzige Momente herausgepickt
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Céline ZahnoRedaktorin Politik

Ça va, les tessinois?

Die Tessiner und Tessinerinnen kommen unter der Bundeshauskuppel schlecht weg. Im Parlament gilt zwar die ungeschriebene Regel, dass sich jeder in seiner Landessprache ausdrückt – allerdings würde die italienischsprachige Schweiz damit wohl herzlich wenig erreichen. Zumindest bei den Deutschschweizern, die oft schon mit Französisch Mühe haben. 

Umso bemühter sind Politiker, die italienische Sprache immerhin bei Feierlichkeiten miteinzubeziehen. So auch Guy Parmelin (66) bei seiner Antrittsrede als Bundespräsident: Etwas holprig begann er: «Oggi mi avete concesso per la seconda volta l'onore di eleggermi presidente della Confederazione.» Danach blickte er entschuldigend in den Raum und fragte: «Ça va, les Tessinois?» Das fragen wir uns auch – zumal Parmelin wohl auch darauf anspielte, dass er bei seiner Wahl als Bundesrat den Tessiner Norman Gobbi (48) geschlagen hatte. 

«Reicht das jetzt?»
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Guy Parmelin zu Tessinern:«Reicht das jetzt?»

Matters Französisch-Fail

Für SVP-Nationalrat Thomas Matter (59) gelten auch keine ungeschriebenen Regeln – mehrsprachige Schweiz hin oder her. Entweder wird er auf Deutsch angesprochen oder sonst gar nicht! Das machte er kürzlich auch im Rat deutlich. 

SP-Nationalrat Emmanuel Amoos (45) wollte ihm während der Debatte eine Zwischenfrage stellen. «Ich stelle die Frage auf Französisch, spreche aber langsam», kündigte er an. Matter antwortete: «Dann nehme ich die Frage nicht an, mein Französisch ist heute nicht so gut.» Im Saal brach Gelächter aus. Wir vermuten: Bei Matter lag es nicht an der Tagesform.

«Heute ist mein Französisch nicht gut»
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Thomas Matter:«Heute ist mein Französisch nicht gut»

Ermutigungen von Keller-Sutter

Das Präsidialjahr von Finanzministerin Karin Keller-Sutter (61) war nicht ausschliesslich von Sternstunden geprägt. Einige Medien sprachen gar von einem «Schreckensjahr». 

Dennoch ermutigt sie andere zu ebenso hohen Zielen. So sprach sie den amtierenden Ständeratspräsidenten Stefan Engler (65) als «Herr Bundespräsident» an – obwohl dieser weder im Bundesratsgremium sitzt noch derartige Ambitionen geäussert hat. «Herr Ständeratspräsident», korrigierte sie sich daraufhin. «Was nicht ist, kann ja noch werden.»

Ständeratspräsident ist plötzlich Bundespräsident
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Keller-Sutter von der Rolle:Ständeratspräsident ist plötzlich Bundespräsident

Flache Witze über Flach

Normalerweise wird im politischen Betrieb intellektuelle Schwerstarbeit geleistet. Allianzen werden geschmiedet, komplexe Gesetzesvorhaben verhandelt und Strategien ausgeklügelt. Ab und zu rutscht aber selbst in Bundesbern ein Kalauer durch.

So geschehen während der Herbstsession. GLP-Nationalrat Beat Flach (60) sprach zu der 10-Millionen-Schweiz: Die Wirtschaft sei auf Zuwanderung angewiesen. Ganz anders sah das SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel (60) – und entgegnete: «Herr Flach, mit Ihren Voten, die sich auf irgendeine Wirtschaftsleistung im Allgemeinen beziehen, kommen Sie eher flach heraus.» Etwas zu flach, Herr Büchel.

Roland Rino Büchel mit flachem Witz
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Bei Pro-Kopf-Debatte:Roland Rino Büchel mit flachem Witz

Thurgauer Äpfel

Gerne bringen die Parlamentarier und Parlamentarierinnen Bräuche und Spezialitäten aus ihrem Heimatkanton mit nach Bundesbern. Der Thurgauer SVP-Ständerat Jakob Stark (67) hat daraus offenbar ein besonders spezielles Ritual entwickelt. 

Als ihm zu seinem Ordnungsantrag das Wort erteilt wird, ist er gerade nicht im Saal – er muss von SP-Ständerat Daniel Jositsch (60) geholt werden. Als er schliesslich an seinem Pult sitzt, sagt er: «Bitte entschuldigen Sie, dass ich als Thurgauer um diese Zeit immer einen Apfel esse und dies nicht hier drin tue.» Im Apfelkanton nimmt man die Znünipause offenbar besonders ernst. 

«Normalerweise esse ich um diese Zeit einen Apfel»
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Thurgauer Jakob Stark:«Normalerweise esse ich um diese Zeit einen Apfel»


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