Nach seiner Wahl zum Bundesrat sprach Martin Pfister (63) von einer grossen Lust, das Verteidigungsdepartement (VBS) zu übernehmen. Inzwischen scheint ihm diese Lust etwas vergangen zu sein. Wie Recherchen von «Schweiz Heute» zeigen, spielt der Mitte-Bundesrat mit dem Gedanken, in das Wirtschaftsdepartement zu wechseln. Dieses wird nach dem Rücktritt von Guy Parmelin (66) frei.
Dies überrascht insbesondere, weil Pfister bei seinem Amtsantritt noch klar zu verstehen gab, dass er lange im Verteidigungsdepartement bleiben möchte. «Sieben Jahre braucht es, um mit einer gewissen Perspektive zu führen und Verantwortung für seine eigenen Entscheide zu übernehmen», sagte Pfister damals an einer Medienkonferenz. Seither sind keine zwei Jahre vergangen.
Grund für die Wechselgedanken ist laut «Schweiz Heute» die blockierte Situation in der Verteidigungspolitik. Die Anforderungen an die Armee steigen, doch bei der Finanzierung geht es nicht vorwärts. Ein möglicher Departementswechsel würde auch von seiner Partei begrüsst. Anonyme Stimmen aus dem Umfeld von Martin Pfister legten gegenüber «Schweiz Heute» nahe, dass ein Departementswechsel für ihn ratsam wäre und auch die Partei davon profitieren würde.
Pfister ist nicht der einzige Anwärter
Das Wirtschaftsdepartement ist begehrt. Auch SP-Bundesrat Beat Jans (62) soll mit einem Wechsel ins WBF liebäugeln. Jans steht seit Anfang 2024 dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) vor und betreut damit auch das Asyl- und Migrationsdossier. Auch bei Jans weibeln laut Blick-Informationen einige seiner Parteikolleginnen und Parteikollegen für einen Departementswechsel.
Die SVP, die bald einen neuen Bundesrat stellen wird, rechnet mit einem Departementswechsel von einem bisherigen Bundesrat. In einer Medienmitteilung kündigte die Partei an, nach Kandidaten zu suchen, die Fähigkeiten mitbringen, um das EJPD oder das VBS zu übernehmen.