Am liebsten wäre Beat Jans (62, SP) UVEK-Vorsteher. Umwelt, Klimapolitik, öffentlicher Verkehr: Das sind Themen, für die der Basler brennt. Doch das Departement ist fest in der Hand von Albert Rösti (59, SVP). Jans hatte gehofft, wenigstens das EDI übernehmen zu können, und hatte die Rechnung ohne seine Parteikollegin Elisabeth Baume-Schneider (62) gemacht. Da die SVP jedoch per Medienmitteilung Interesse an Jans' EJPD und dem schwierigen Asyldossier bekundet, kommt Bewegung in die Sache.
Jans könnte aufs Wirtschaftsdepartement (WBF) schielen. Zwar könnte Jans auch den für Ende 2027 erwarteten Rücktritt von Aussenminister Ignazio Cassis (65, FDP) abwarten. Doch ein SP-Kollege meint: «Jetzt oder nie!». Was dürfte sich Jans vom WBF erhoffen?
- Europapolitik: Die EU ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner der Schweiz. Bilaterale-III-Turbo Beat Jans könnte in der Wirtschaftspolitik, Hand in Hand mit Economiesuisse, neue Leidenschaft entfachen. Als ehemaliger Basler Regierungspräsident könnte Jans leicht an die Basler Pharma andocken.
- Wissenschaft: Jans interessiert sich für Forschungsfragen, seine Ehefrau Tracy Jans arbeitet als Expertin für Biostatistik am Basler Tropeninstitut.
- Landwirtschaft: Gespräche über die Zukunft der Landwirtschaft dürften Jans, selbst gelernter Landwirt, näherliegen als Sitzungen in der Staatspolitischen Kommission, die einem juristischen Oberseminar gleichen.
- Sozial- und Arbeitspolitik: Hier könnte Jans akzentuierte SP-Politik betreiben. Die Berufung des früheren Avenir-Suisse-Ökonomen Jérôme Cosandey (56) ins Seco sowie IT-Pannen bei den Arbeitslosenkassen sorgten bei Partei und Gewerkschaften für Unmut.
- Ukraine: Ein Teil der Wiederaufbauhilfe der Ukraine läuft über das Seco. Als ehemaliger Entwicklungshelfer in Paraguay schlägt Jans’ Herz für Entwicklungszusammenarbeit.
Ob der Gesamtbundesrat mitspielt, ist offen. Bürgerliche Kreise warnen vor einem WBF-Vorsteher Beat Jans mit einem möglichen Seco-Staatssekretär Daniel Lampart (58), dem langjährigen Chefökonomen des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB).