Lastwagenfahrer kämpfen mit hohen Kosten
«Es wird immer schwieriger, die Kosten weiterzugeben»

Die Schweizer Transporteure erleben einen Preisschock. Doch nicht nur die steigenden Kosten für Diesel machen ihnen zu schaffen: Auch Bundesbern könnte ihnen bald Steine in den Weg legen.
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Kämpft mit steigenden Kosten: Fabian Felix, CEO der Felix Transport AG in Arlesheim.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der Benzinpreis steigt stark an, die Branche kämpft mit der Kostenexplosion
  • Die Schwerverkehrsabgabe könnte um 68 Millionen Franken jährlich erhöht werden
  • Die Reform der Schwerverkehrsabgabe könnte die E-Mobilität ausbremsen
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Lucien FluriCo-Ressortleiter Politik

Der Benzinpreis geht rauf, die Stimmung in der Transportbranche eher runter. «Wir erleben einen Preisschock», sagt Thierry Burkart (50). Der Aargauer FDP-Ständerat steht an der Spitze des Nutzfahrzeugverbandes Astag. «Seit März sind die Preise um 20 Prozent gestiegen», erklärt er.

Gerade Betriebe mit weniger als zehn Lastwagen seien am Kämpfen – und das sind 90 Prozent seiner Mitglieder. «Sie können die Zusatzkosten oft nicht an die Kunden weitergeben.» In diesem Fall müssen sie mit rund 10’000 Franken Mehrkosten pro Fahrzeug rechnen. 

Auch Fabian Felix (34) kämpft mit steigenden Preisen. Er führt die Felix Transport AG in Arlesheim BL. Der Familienbetrieb beschäftigt 135 Angestellte und zählt 70 LKW in seinem Fuhrpark. «Die Volatilität macht uns zu schaffen», sagt Felix. Er hat zwar Glück: Der Mittelständler hat mit vielen seiner Kunden einen Treibstoffzuschlag – oder je nach Entwicklung einen Abschlag – vereinbart. Dieser basiert auf einem Treibstoff-Index und wird monatlich aktualisiert. 

«Die Branche muss priorisiert werden»

Bauchweh bereitet der Branche auch die Versorgung der Schweiz mit Benzin. Ungewiss ist, wie lange die Strasse von Hormus blockiert bleibt. Astag-Präsident und FDP-Ständerat Thierry Burkart (50, AG) rechnet zwar nicht mit einer unmittelbaren Mangellage. So oder so dürfte der Krieg in der Versorgung noch Spuren hinterlassen – nach Angriffen auf Ölförderanlagen in der Golfregion. Nicht nur steigende Preise könnten da ein Problem sein. Die Frage ist: Was wäre, wenn es zu einem Engpass kommt?

In der Schweiz sind heute keine Priorisierungen vorgesehen. Auf den Diesel aus den Notlagern des Bundes hätten alle den gleichen Anspruch, der gewöhnliche Autofahrer ebenso wie der LKW-Chauffeur, der frisches Gemüse liefert. «Die Branche muss priorisiert werden, sonst ist die Versorgungssicherheit nicht gewährleistet», fordert Burkart deshalb an die Adresse des Bundesrates.

Bauchweh bereitet der Branche auch die Versorgung der Schweiz mit Benzin. Ungewiss ist, wie lange die Strasse von Hormus blockiert bleibt. Astag-Präsident und FDP-Ständerat Thierry Burkart (50, AG) rechnet zwar nicht mit einer unmittelbaren Mangellage. So oder so dürfte der Krieg in der Versorgung noch Spuren hinterlassen – nach Angriffen auf Ölförderanlagen in der Golfregion. Nicht nur steigende Preise könnten da ein Problem sein. Die Frage ist: Was wäre, wenn es zu einem Engpass kommt?

In der Schweiz sind heute keine Priorisierungen vorgesehen. Auf den Diesel aus den Notlagern des Bundes hätten alle den gleichen Anspruch, der gewöhnliche Autofahrer ebenso wie der LKW-Chauffeur, der frisches Gemüse liefert. «Die Branche muss priorisiert werden, sonst ist die Versorgungssicherheit nicht gewährleistet», fordert Burkart deshalb an die Adresse des Bundesrates.

«Die Akzeptanz für die Preiserhöhungen ist grundsätzlich da», sagt Felix. Die steigenden Kosten seien aber generell ein Problem. Denn nicht nur höhere Dieselpreise müssen verdaut werden. Die Personalkosten sind gestiegen, ebenso die Fahrzeugkosten, etwa bei den Reifen. «Das tönt auf den ersten Blick nicht nach viel», sagt der Transport-CEO. «Aber es kumuliert sich in einer tiefmargigen Branche. Wir spüren jedes Prozent.» Es werde immer schwieriger, die Kosten weiterzugeben – gerade wenn die Wirtschaftslage allgemein nicht rosig sei.

Aus Bern drohen nochmals höhere Kosten

Die Branche verfolgt deshalb genau, was National- und Ständerat in der Sommersession machen. Zwei Geschäfte sind dort auf dem Programm, die weitere Kosten für die Transportunternehmen bedeuten könnten. Das Wichtigste: die Zukunft der Schwerverkehrsabgabe (LSVA). Sie ist neben dem Personal oft der grösste Kostenblock und wurde vom Bundesrat erst gerade um fünf Prozent erhöht. 2,4 Millionen Franken pro Jahr macht die LSVA pro Jahr bei Unternehmer Felix aus. «Eine Erhöhung wäre gewichtig», sagt er. 

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In Bern steht einerseits zur Debatte, ob die LSVA grundsätzlich teurer sein müsste. Das möchte der Nationalrat. Er will die LSVA um bis zu 68 Millionen pro Jahr erhöhen. Der Grund dafür: Die Schwerverkehrsabgabe soll zur Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene sorgen. Derzeit aber geht es eher in die Gegenrichtung. Zudem braucht der Bahninfrastrukturfonds Geld. Und die LSVA befindet sich unter dem zulässigen Satz, der im Landverkehrsabkommen mit der EU festgelegt ist.

Andererseits geht es um eine grundsätzliche Reform der LSVA. Diese ist zwar im Grundsatz unbestritten. Denn neu müssten E-LKW eine Abgabe zahlen, sie sind heute befreit. Auch Dieselfahrzeuge müssten nach der Abgasnorm Euro 6 – heute die saubersten – höhere Abgaben zahlen. Begünstigt wären nur noch Fahrzeuge der Norm Euro 7, die erst auf den Markt kommen. 

Wird die E-Mobilität ausgebremst?

Die Streitfrage in Bern dreht sich um den Zeitpunkt, wann die Reform in Kraft tritt. Das Parlament muss nun entscheiden, ob 2029 oder 2031. Klar ist für Burkart von der FDP: «Kommt die LSVA für E-LKW zu früh, schwächt dies die Umstellung auf Elektrofahrzeuge ab.» Der E-Anteil bei den Neuzulassungen beträgt 20 Prozent. Es sind aber vor allem die grossen Firmen, die solche Fahrzeuge kaufen. 

Bei der Felix Transport AG sind 4 der 70 Lastwagen Elektrofahrzeuge. Grundsätzlich seien die Kosten in der Anschaffung 2,5- bis 3-mal höher als bei einem vergleichbaren Diesel-LKW, sagt CEO Fabian Felix. Stark zu Buche schlage aber insbesondere die Infrastruktur mit Ladesäulen, Trafo und Netz. «Für kleine Betriebe und Mittelständler ist das schwierig», sagt er, insbesondere auch, weil sich die Technik rasch entwickle.

Ein Fahrzeug könne nach einem Jahr veraltet sein, die Investition ist jedoch auf acht bis zehn Jahre angelegt. Aktuell, so Felix, seien die E-LKW nur dank der LSVA-Befreiung rentabel. Umso mehr hofft er, dass das Parlament nun ein klares Zeichen setzt. Es gehe auch um die Frage, ob man investiere oder nicht. 

Wichtig ist für Unternehmer Felix vor allem auch, dass Planungssicherheit auf mehrere Jahre hinaus besteht. Bisher kamen Erhöhungen eher kurzfristig – das mache es nicht einfach, der Kundschaft die Preissteigerungen zu erklären. 


 


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