Knatsch im Berner Oberland
Junge SVP hässig auf Trauffer

Die Erlebniswelt des Berner Popsängers bietet WCs für Personen mit diversem Geschlecht an. Das missfällt der Jungen SVP: In einem offenen Brief an Trauffer fordert sie deren Entfernung.
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Der Präsident der Jungen SVP schiesst in einem offenen Brief gegen Marc Trauffer. Die Toiletten in dessen Erlebniswelt Kuhniversum sorgen beim Jungpolitiker für Unmut.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Junge SVP kritisiert Musiker Marc Trauffer wegen Unisex-Toiletten im Kuhniversum
  • Präsident Fiechter nennt Gender-Sprache «woke Indoktrination» und fordert Änderungen
  • Fiechter behauptet: «Die meisten Schweizer lehnen die woke Gender-Lehre ab.»
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Riccarda CampellRedaktorin Politik

«Du bist einer von uns», schreibt Nils Fiechter (29), Präsident der Jungen SVP, in einem offenen Brief an den Musiker Marc Trauffer (47). Ein «waschechter» Oberländer, «Büezer» und Vorbild für viele junge Menschen, wie er betont. Doch im gleichen Brief schlägt der Ton um: Fiechter spricht von einer «woken Indoktrination» und von einer «unsäglichen Gendersprache». Was macht den jungen Politiker derart hässig auf den Alpenrocker?

Die Antwort findet sich in Trauffers Erlebniswelt Kuhniversum in der Nähe von Brienz BE: die Toiletten. Diese sind unisex und damit auch für Menschen zugänglich, die sich nicht eindeutig als Mann oder Frau identifizieren.

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Der Musiker fördere damit ein «nicht real existierendes Fantasiekonstrukt eines ‹dritten Geschlechts›». Wenn die jüngste Generation nicht mehr wisse, dass es ausschliesslich zwei Geschlechter gebe, werde die Familie als Fundament unserer Gesellschaft auf Dauer keinen Bestand mehr haben, warnt Fiechter. Das sei die grösste Gefahr für unsere Zukunft: «So schaffen wir uns selbst ab.»

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Fiechter fordert Entfernung des Symbols der «halben Frau»

Trotz der scharfen Kritik wirft Fiechter Trauffer nicht vor, junge Menschen bewusst indoktrinieren zu wollen. «Vermutlich hat sich eure Marketingabteilung aber zu wenig kritisch mit dem woken Zeitgeist auseinandergesetzt und ist deshalb ‹mit dem Strom geschwommen›», schreibt er.

Doch nicht nur die Toiletten sorgen bei Fiechter für Ärger. Auch die Stelleninserate der Erlebniswelt nimmt der Jungpolitiker ins Visier. Aktuell sucht Kuhniversum etwa einen «Hauswirtschaftsmitarbeiter (m/w/d)».

Fiechter spottet darüber: «Ob ihr mit ‹d› tatsächlich meint, Leute anstellen zu wollen, die sich als Füchse oder Fahrradständer identifizieren, bezweifle ich stark.» Vielmehr gehe es der Erlebniswelt wohl darum, politisch korrekt zu wirken und «nirgends anzuecken». Doch genau das Gegenteil sei der Fall, findet Fiechter. «Die allermeisten Schweizer lehnen die woke Genderlehre ab.» Er fordert Trauffer auf, das Symbol der «halben Frau» zu entfernen und sich künftig wieder so auszudrücken, «wie euch der Schnabel gewachsen ist». 

Vom «Barden der SVP» zum Verfechter des «woken Zeitgeists»?

«Heimatmusikant und Barde der SVP Schweiz», so nannte der «Bund» Trauffer 2018. Im Dezember davor geriet er wegen des Videoclips zu seiner Single «Geissepeter» in die Schlagzeilen. Darin versucht ein freizügiges Heidi im Dirndl mit allen Mitteln, den Sänger zu verführen. Die Empörung darüber schwappte durch die sozialen Medien – wochenlang wurde unter dem Eindruck von #MeToo über den Clip gestritten.

Trauffer wies die Vorwürfe damals zurück. «Ich fördere Frauen, wo ich nur kann – in meinem Unternehmen, in meiner Musikkarriere», sagte er dem «Bund». Dass ein tätowiertes Heidi plötzlich als sexistisch gelte, könne er nicht nachvollziehen. Beim «Geissepeter» hätten sich die #MeToo-Diskussion und seine bewusst provokative Art überschnitten.

Politisch wollte sich Trauffer dennoch nie vereinnahmen lassen. «Ich bin nicht rechts», sagte er. Dass die SVP das Bild der Schweiz mit Alpen, Schweizerkreuz und Brauchtum für sich beanspruche, störe ihn. «Unsere Schweiz, unser Schweizerkreuz, unsere Alpenlandschaft gehören doch nicht einfach der SVP, gehören doch nicht Christoph Blocher, verdammt, nein. Das gehört doch allen.» Eine Anfrage der Redaktion zur Kritik der Jungen SVP ist beim Management des Musikers hängig.

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