Darum gehts
- Das Projekt CH4COW soll Methanemissionen in Schweizer Landwirtschaft um 20 % senken
- 64 Betriebe analysieren ihre Kühe hinsichtlich ihres Methanausstosses
- Der Bund investiert 830'000 Franken in das Vorhaben
Sind Kühe mitschuldig am Klimawandel? Klar ist: Die Tiere rülpsen und furzen – und stossen dabei Methan aus. Dieses ist eine Belastung für das Klima. Dagegen will der Bund jetzt etwas tun: Er fördert ein Projekt, das Kühe mit geringerem Methanausstoss züchten will. Mit Hilfe des Projekts sollen bis zu 20 Prozent der Emissionen in der Milchviehhaltung eingespart werden können. 830'000 Franken gibt der Bund dafür aus.
Das sogenannte Projekt CH4COW setzt bei den Landwirtschaftsbetrieben an, die in der Schweiz für etwa 14 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. 64 inländische Betriebe messen für das Projekt nun den Methanausstoss ihrer Kühe. Dabei sollen Tiere ausfindig gemacht werden, die eine genetische Veranlagung zu tiefen Emissionen aufweisen. Die gewonnenen Werte können anschliessend für die Zucht verwendet werden.
Der Bund ist zuversichtlich
Doch es gibt auch Hürden. Laut dem Fachblatt «BauernZeitung» ist etwa noch unklar, wie sich ein gesenkter Methanausstoss auf andere wichtige Merkmale der Tiere – etwa Fruchtbarkeit oder Gesundheit – auswirkt.
Eine Studie von 2025 legt nahe, dass ein tieferer Methanausstoss mit einer langsameren Wachstumsrate und einem geringeren Schlachtgewicht einhergehen könnte. Die Forscher betonen jedoch, dass auf diesem Gebiet bislang nur wenig geforscht wurde.
Ein weiteres Mittel zur Senkung des Methanausstosses sind Futterzusätze. Studien zeigen, dass sich damit je nach Produkt eine Reduktion um bis zu einem Drittel erzielen lässt. Das Bundesamt für Landwirtschaft nennt auf Blick-Anfrage sogar eine Spannbreite von 20 bis 90 Prozent – abhängig von Fütterung und Haltung.
Gemäss Agroscope, dem Kompetenzzentrum des Bundes für die landwirtschaftliche Forschung, trägt 1 Kilogramm Methan über einen Zeitraum von 100 Jahren 28-mal stärker zur Klimaerwärmung bei als eine vergleichbare Menge Kohlenstoffdioxid, das beispielsweise im Verkehr entsteht. Die Landwirtschaft sei in der Schweiz für 86 Prozent der Methanemissionen verantwortlich, wobei ein Grossteil dieses Ausstosses in der Rindviehhaltung verursacht werde.
Gemäss Agroscope, dem Kompetenzzentrum des Bundes für die landwirtschaftliche Forschung, trägt 1 Kilogramm Methan über einen Zeitraum von 100 Jahren 28-mal stärker zur Klimaerwärmung bei als eine vergleichbare Menge Kohlenstoffdioxid, das beispielsweise im Verkehr entsteht. Die Landwirtschaft sei in der Schweiz für 86 Prozent der Methanemissionen verantwortlich, wobei ein Grossteil dieses Ausstosses in der Rindviehhaltung verursacht werde.
Negative Effekte auf die Tiere seien bislang nicht ersichtlich. Der Nachteil: Die Zusätze wirken nur, solange sie verabreicht werden. Dennoch sind sie mit ein Grund, weshalb es das Bundesamt für möglich hält, den Methanausstoss in der Rindviehhaltung bis 2050 um 20 Prozent zu senken.
«Optimierung der Tiere» allein reicht nicht
Gemäss der Forschungsanstalt Agroscope lagen die Methanemissionen der Schweizer Landwirtschaft 2022 bereits 10 Prozent unter dem Wert von 1990. Dies sei vor allem dank Zuchterfolgen und einer Intensivierung der Produktion gelungen.
Gleichzeitig liege es auch in der Hand der Konsumenten, den Ausstoss weiter zu senken, da die «Optimierung der Tiere» Grenzen habe. Möglich seien etwa ein höherer Anteil pflanzlicher Lebensmittel, weniger Food Waste sowie ein regionaler und saisonaler Einkauf.