Darum gehts
- Christoph Blocher kommentiert Niederlage der Neutralitätsinitiative auf «Tele Blocher»
- Er investierte 4 Millionen Franken und bereut den Aufwand nicht
- Initiative erreichte 30 Prozent Zustimmung, trotz breiter Opposition
Zuerst wollte er am Abstimmungssonntag ins Ausland reisen. Dann blieb er doch zu Hause. SVP-Doyen Christoph Blocher (85), der die Neutralitätsinitiative angerissen hatte, verbrachte den Tag auf seinem Anwesen in Herrliberg ZH. Medien stand er nicht Red und Antwort. Einzig in seinem eigenen TV-Kanal «Tele Blocher» hat er sich nun geäussert.
Viel habe er nicht zu sagen, so Blocher zu Moderator Matthias Ackeret (63). «Wenn das Volk gesprochen hat, kann man nur sagen: verstanden.»
Die Niederlage schmerze ihn «ziemlich fest», sagt Blocher. Denn die künftige Sicherheit der Schweiz sei gefährdet. «Wir sind jetzt schon eine Kriegspartei.» Geknickt gibt sich Blocher trotz der krachenden Niederlage nicht. «Wir haben bei null angefangen und sind schon bei über 30 Prozent. Das war ein harter Lauf.» Zufrieden ist er, dass das Resultat nicht unter dem Wähleranteil seiner Partei liegt. Und eigentlich hätten die Gegner noch mehr erreichen müssen, findet der SVP-Doyen. Schliesslich seien von den Armeeabschaffern bis zu den Wirtschaftsverbänden alle gegen die Initiative gewesen.
Vier Millionen gab er aus – er würde es wieder tun
Ob man von Debakel, Niederlage oder Katastrophe reden müsse, hänge auch davon ab, was der Bundesrat jetzt mache. Blocher fürchtet, dass das deutliche Nein seinen Gegnern Auftrieb für eine weitere Annäherung an die Nato oder die EU gibt. All diese Kreise hätten die Wichtigkeit der Neutralität betont. Aus Blochers Sicht sind sie aber «Falschmünzer». Denn die Annäherung an EU oder Nato sei nicht vereinbar mit der Schweizer Neutralität.
Auch das Volk kommt bei Blocher nicht gut weg. Dieses entscheide halt emotional, so der Unternehmer. Die Ukraine sei als angegriffener Staat in den Augen des Volks der «arme Cheib». Die Sympathie für Russland sei klein. Das sei zwar inhaltlich richtig, aus Verantwortung für die Schweizer Sicherheit sei diese Haltung aber falsch.
Er würde den Aufwand nochmals betreiben, sagt Blocher. Vier Millionen Franken hat er aufgeworfen. Ob ihn das reut? «Jo, dasch jetzt nüt», sagt der Milliardär zu Moderator Ackeret.