SP-Nationalrätin Farah Rumy fordert strengere Regeln bei Influencer-Werbung
«Das Vertrauen der Menschen wird zum Geschäftsmodell»

Christian Wolf steht wegen seiner Marke More Nutrition unter Beschuss. Jetzt fordert SP-Nationalrätin Farah Rumy strengere Gesetze gegen manipulative Influencer-Werbung, die besonders Jugendliche gefährdet.
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Der Druck, den eigenen Körper ständig optimieren zu müssen, belastet junge Menschen. Und Influencer verdienen viel Geld damit.
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Darum gehts

  • More Nutrition von Christian Wolf steht wegen Gesundheitsversprechen und Diätwerbung in der Kritik
  • Farah Rumy fordert klare Regeln, damit bezahlte Influencer-Werbung online für alle erkennbar ist
  • Der Bundesrat lehnt neue Vorgaben ab, Rumy sieht Jugendliche durch Diätvideos unter Druck gesetzt
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Riccarda CampellRedaktorin Politik

«Kalorienfreies» Kochöl, «zuckerfreie» Sirups, ja sogar «proteinreiches» Wasser: Produkte zur Selbstoptimierung stapeln sich in den Läden. Der Schlankheitswahn ist ein Millionen-Geschäft. Und Influencer verdienen kräftig mit. Einer der grössten Profiteure ist Christian Wolf (31). Mit seiner Marke More Nutrition steht er immer wieder in der Kritik von Konsumentenschützern, auch in der Schweiz. Das Unternehmen wurde auch schon abgemahnt.

In der Schweiz sind Gesundheits- und Nährwertversprechen auf Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln eigentlich streng geregelt. Doch der Onlinehandel und die Werbung auf sozialen Medien erschweren die Kontrolle.

Das Problem beschäftigt auch die Politik. «Wer im Internet oder auf den sozialen Medien unterwegs ist, sieht jeden Tag Werbung – oft ohne es zu merken», sagt SP-Nationalrätin Farah Rumy (34, SO). «Jemand schwärmt von einem Produkt, und man vertraut dieser Person wie einer guten Freundin. Dass sie dafür bezahlt wird, erfährt man selten.» Unser Recht verlange aber, dass Werbung erkennbar sein muss. Online werde diese Regel kaum durchgesetzt. «Das Vertrauen der Menschen wird damit zum Geschäftsmodell.»

«Viele glauben, mit ihnen stimmt etwas nicht»

Als Berufsschullehrerin erlebt Rumy, wie solche Inhalte Jugendliche beeinflussen. «Beispielsweise Fitness- und Diätvideos setzen viele Jugendliche enorm unter Druck. Das belastet sie oft mehr, als wir Erwachsenen ahnen.» Besonders problematisch seien Videos, in denen Influencerinnen zeigen, was sie täglich essen und wie sie abgenommen haben.

«Die jungen Menschen versuchen, diesen Bildern nachzueifern. Wenn es bei ihnen nicht klappt, glauben sie, mit ihnen stimme etwas nicht», sagt Rumy. Die Schulen seien hier gefordert: Jugendliche müssten lernen, Werbung zu erkennen und Inhalte kritisch zu hinterfragen.

Aber die Verantwortung liegt auch bei den Unternehmen. «Wer mit Werbung Geld verdient, sollte das offenlegen. Das ist eine Frage der Fairness gegenüber dem Publikum und gegenüber den Influencerinnen.» Plattformen wie Instagram und Tiktok ständen dabei genauso in der Pflicht. Zudem brauche es gesetzliche Regeln.

2024 forderte die Nationalrätin deshalb mit einem Vorstoss im Parlament klare Vorgaben für die Kennzeichnung von Influencer-Werbung. Der Bundesrat lehnte das jedoch ab. Er sagte, die geltenden Regeln reichten aus. Rumy sieht das anders: «Die sozialen Medien haben sich viel schneller entwickelt als unsere Gesetze.» Die heutigen Regeln stammen aus einer Zeit, in der es gewisse Apps noch gar nicht gab. «Wir in der Politik stehen in der Verantwortung, junge Menschen besser vor Manipulation zu schützen.»

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