Historische Konstellation
Drei Seconda-Frauen regieren die grossen Berner Städte

Am Sonntag wurde Eveline Salzmann zur Stadtpräsidentin von Thun gewählt. Nun geben in den drei grössten Berner Städten drei Frauen mit Migrationsgeschichte den Takt vor. Eine historische Konstellation.
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Eveline Salzmann wurde als erste Frau zur Stadtpräsidentin von Thun gewählt.
Foto: David Schweizer

Darum gehts

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  • Thun wählte erstmals eine Frau zur Stadtpräsidentin: Eveline Salzmann (51, SVP)
  • Salzmann setzte sich gegen die zweitplatzierte Andrea de Meuron durch
  • Historisch: In Berns grössten Städten sind nun drei Secondas Stadtpräsidentinnen
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Patrick GerberRedaktor Politik

Am Sonntag wählte Thun BE zum allerersten Mal eine Frau zur Stadtpräsidentin. Eveline Salzmann (51, SVP) erreichte in der Stichwahl des zweiten Wahlgangs 6304 Stimmen. Salzmann wurde 1974 in Thun geboren und im Alter von 17 Jahren eingebürgert. Ihre Eltern kamen aus dem Irak in die Schweiz. Auch deswegen ist Salzmanns Wahl historisch: In Bern, Biel und Thun – den grössten Städten des Kantons Bern – amtieren nun drei Secondas als Stadtpräsidentinnen. 

Salzmann studierte Rechtswissenschaften und ist heute am Obergericht in Bern tätig. Seit 2022 ist sie Teil der Stadtregierung und leitet aktuell noch die Direktion Sicherheit und Soziales. Am Sonntag setzte sie sich nun in der Stichwahl gegen die zweitplatzierte Andrea de Meuron (52, Grüne) durch.

Zur vorzeitigen Wahl in Thun kam es, weil der bisherige Stadtpräsident Raphael Lanz (58, SVP) im März in die Berner Kantonsregierung gewählt wurde. Die Gesamterneuerungswahlen finden erst am 29. November statt. Doch Salzmann kann sich ihres Sitzes recht sicher sein: Andrea de Meuron wird kein weiteres Mal antreten – zumindest nicht diesen November. 

Stadtpräsidentinnen in Bern auf Vormarsch

Als Frau mit Migrationsgeschichte im Amt der Stadtpräsidentin ist Salzmann in guter Gesellschaft. In Biel ist etwa seit Januar letzten Jahres Glenda Gonzales Bassi (58, SP) im Amt – ebenfalls als erste Frau. Zudem ist sie erst das zweite welsche Stadtoberhaupt. Gonzales Bassi wurde in Chile geboren und verbrachte ihre ersten sechs Lebensjahre dort. Nach dem Militärputsch 1973 gegen Salvador Allendes sozialistische Regierung floh die Familie in die Schweiz.

Gonzales Bassi studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Neuenburg und setzt sich speziell für mehr Wohnraum für Familien und aufgewertete Quartiere ein. 

Am gleichen Tag wie Gonzales Bassi wurde in Bern Marieke Kruit (58, SP) zur Stadtpräsidentin gewählt – auch sie als erste Frau. Als Tochter von niederländischen Einwanderern wurde sie mit zwölf Jahren eingebürgert.

Nach einer kaufmännischen Lehre und einem Psychologiestudium wurde Kruit 2012 zum ersten Mal in den Stadtrat gewählt – und 2016 wiedergewählt. Danach wechselte sie in den Berner Gemeinderat. Bei den Wahlen ums Stadtpräsidium 2024 verpasste sie zwar als Bestplatzierte das absolute Mehr. Da der zweitplatzierte Vorgänger Alec von Graffenried (63, Grüne) aber nicht am zweiten Wahlgang teilnahm, galt sie als gewählt.

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