Genfer Studie
Wintergrippe-Antikörper bremsen Vogelgrippe-Virus aus

Genfer Forscher zeigen, dass Grippeinfektionen Schutz gegen das Federvieh-Virus bieten können. Besonders ältere Jahrgänge profitieren durch höhere Antikörperspiegel.
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Genfer Forscher haben Erstaunliches zur Vogelgrippe herausgefunden. (Symbolbild)
Foto: KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER

Darum gehts

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  • Genfer Forscher zeigen, Wintergrippe-Antikörper bremsen Vogelgrippe A(H5N1) teilweise
  • Menschen vor 1965 haben höhere Antikörperspiegel durch frühere Subtyp-Kontakte
  • H1N1-Impfungen mit Adjuvans erhöhten kreuzreaktive Antikörper langfristig
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Die gewöhnliche Wintergrippe könnte gegen die Vogelgrippe helfen: Genfer Forscher zeigen, dass verbreitete Grippe-Antikörper auch Vogelgrippeviren bremsen – besonders bei bestimmten Jahrgängen.

Ein Team der Universität Genf (Unige) hat nachgewiesen, dass gewisse Antikörper, die nach Infektionen mit saisonalen Grippeviren im Körper vorhanden sind, das Vogelgrippevirus Influenza A(H5N1) erkennen und teilweise bekämpfen können. Diese Antikörper bieten keinen vollständigen Schutz, könnten aber die Ausbreitung des Virus im Körper verlangsamen und damit den Krankheitsverlauf abschwächen, wie die Universität Genf am Dienstag mitteilte. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift «Nature Communications» veröffentlicht.

«Stiel» des Virus wird angegriffen

Die Vogelgrippe zirkuliert seit Jahren vor allem unter Wild- und Nutzvögeln. Auch in der Schweiz. Zuletzt kam es auch zu vereinzelten Übertragungen des Virus auf Menschen. Damit wächst die Sorge vor einer Pandemie.

Die Studie zeigt, dass sogenannte kreuzreaktive Antikörper, die bei der «normalen» Grippe entstehen, auf den Stamm des Vogelgrippe-Virus abzielen. Sie greifen also nicht den sich häufig verändernden «Kopf» des Vogelgrippe-Virus an, sondern dessen «Stiel», den es mit saisonalen Grippeviren gemeinsam hat.

Geburtsjahr spielt eine Rolle

Die Wirksamkeit dieses Schutzes ist laut den Forschern von Person zu Person unterschiedlich. Menschen, die 2009 während der H1N1-Pandemie mit einem Impfstoff mit Wirkverstärker (Adjuvans) geimpft wurden, weisen heute höhere Konzentrationen wirksamer kreuzreaktiver Antikörper auf. Bei Personen mit herkömmlicher saisonaler Grippeimpfung ohne Adjuvans zeigte sich dieser Anstieg nicht.

Auch das Geburtsjahr spiele eine Rolle: Wer vor 1965 geboren wurde, hat im Schnitt höhere Antikörperspiegel gegen die Vogelgrippe - vermutlich wegen früher Kontakte mit Influenzasubtypen H1 oder H2 in der Kindheit. Später Geborene seien anderen Subtypen ausgesetzt gewesen und hätten daher einen geringeren Basisschutz, so die Forschenden.

Aus den Ergebnissen leiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine mögliche Strategie für den Fall einer Vogelgrippe-Pandemie ab. Eine Impfung gegen die saisonale Grippe mit einem Adjuvans könnte die Immunantwort in der Bevölkerung erweitern. Dies hätte den Vorteil, dass im Ernstfall pro Person eine deutlich geringere Menge des bereits verfügbaren Vogelgrippe-Impfstoffs benötigt würde. Dadurch könnte die gesamte Impfkapazität bei gleichem Produktionsniveau erhöht werden.

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