Gefährdungsrisiko abgeklärt
Geheimdienst überprüft Hunderte Asyldossiers

Letztes Jahr nahm der Geheimdienst 373 Asyldossiers und drei Status-S-Gesuche genau unter die Lupe. Zwei Gesuche empfahl er zur Ablehnung.
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Der Nachrichtendienst des Bundes in Bern hat letztes Jahr 373 Asyldossiers und drei Status-S-Gesuche überprüft.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • 2025: Geheimdienst überprüfte 373 Asyldossiers, empfahl zwei zur Ablehnung
  • NDB kontrollierte auch Einbürgerungsgesuche
  • 4,2 Millionen Flugpassagiere auf 24'732 Flügen überprüft
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Ruedi StuderBundeshaus-Redaktor

Noch liegen die definitiven Zahlen nicht vor, doch letztes Jahr verzeichnete die Schweiz rund 25'000 neue Asylgesuche. Hunderte davon nahm der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) auf Wunsch des Staatssekretariats für Migration (SEM) genauer unter die Lupe.

Exakt 373 Asyldossiers hat der Geheimdienst im Jahr 2025 auf ein mögliches Gefährdungspotenzial abgecheckt – etwas weniger als im Vorjahr. Diesmal hat der NDB zwei Asylgesuche zur Ablehnung empfohlen, wie Sprecherin Linda von Burg auf Anfrage erklärt. Im Rekordjahr 2017 waren es noch 38.

Weiter wurden drei Status-S-Gesuche ukrainischer Flüchtlinge durch den Geheimdienst überprüft. Hier gab es keine Ablehnungsempfehlung.

141 heikle Asyldossiers seit 2010

Der NDB kommentiert die Zahlen nicht. Generell gilt aber: Die Migrationsbehörde übermittelt dem Geheimdienst jeweils jene Dossiers, welche ein Risiko für die innere und äussere Sicherheit der Schweiz vermuten lassen.

Seit 2010 hat der Geheimdienst insgesamt 141 Asylsuchende sowie zwei ukrainische Geflüchtete als potenzielles Sicherheitsrisiko ausgemacht. Eine Ablehnungsempfehlung erfolgt dabei nur bei konkreten Anhaltspunkten für eine Bedrohung der inneren oder äusseren Sicherheit – etwa bei belegbaren Verbindungen zu Terrorismus, gewalttätigem Extremismus oder Spionage. Infrage kommen auch potenzielle Kriegsverbrecher.

Doch nicht nur Asyl- und Status-S-Dossiers hat der NDB im letzten Jahr überprüft, sondern auch 46'992 Einbürgerungsgesuche, wobei er eines davon zur Ablehnung empfahl – was im Vorjahr noch bei vier Gesuchen der Fall war.

Über vier Millionen Flugpassagiere überprüft

Schliesslich kontrollierte der NDB auch 1,5 Millionen Datensätze im Rahmen des Visa-Konsultationsverfahrens, woraus sieben Ablehnungsempfehlungen resultierten. Daneben wurden die API-Datensätze (Advance Passenger Information) von 4,2 Millionen Personen – ein markanter Anstieg um fast 600'000 Passagiere – auf 24'732 Flügen überprüft.

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