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Tradition oder Tierquälerei?Das musst du zur Feuerwerksinitiative wissen

Krawalle heizen Feuerwerksdebatte an – das ist brisant für Befürworter und Gegner
«Ernüchternd, dass Eigenverantwortung nicht funktioniert»

Bilder der Zerstörung prägten die Halloween-Nacht in Zürich und Basel. Das bringt sowohl die Befürworter als auch die Gegner der Feuerwerksinitiative vor der anstehenden Abstimmung in eine schwierige Lage.
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Am 31. Oktober fand in Zürich eine Demonstration gegen Rechtsruck, Sozialabbau und Militarisierung statt.
Foto: Mattia Coda

Darum gehts

  • In Zürich eskalierten Halloween-Proteste, auch in Geroldswil ZH und Basel kam es zu Ausschreitungen
  • Am 29. November stimmt die Schweiz über ein Verbot von Verkauf und Nutzung lärmiger Feuerwerke ab
  • Die Grünen hadern damit, aus den Vorfällen politisches Kapital für das Feuerwerksverbot zu schlagen, FDP zweifelt an Eigenverantwortung
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Leandra SommarugaRedaktorin Politik

Brennende Barrikaden, Böller auf Polizisten, Tränengas gegen Demonstrierende. Die Proteste in Zürich, zu denen linksextreme Gruppen aufgerufen hatten, liefen völlig aus dem Ruder. Doch nicht nur dort eskalierte es an Halloween. In Geroldswil ZH im Limmattal griffen Jugendliche Feuerwehrleute mit Pyrotechnik an, und in Basel legte ein Demonstrationszug den Tramverkehr lahm.

Eigentlich sind solche Ausschreitungen weder neu noch aussergewöhnlich. Seit Jahrzehnten kommt es an Demonstrationen – traditionell etwa am 1. Mai – immer wieder zu solchen Ereignissen. Das Image des Feuerwerks als verbindender gesellschaftlicher Festhöhepunkt blieb dabei jedoch stets unbeschadet.

Nun ist um Feuerwerk aber eine politische Debatte entbrannt: Am 29. November entscheidet die Schweizer Stimmbevölkerung über die Feuerwerksinitiative. Diese will den Verkauf und die Verwendung von lärmigen Feuerwerkskörpern verbieten.

Krawalle bringen Feuerwerk-Fans in Bedrängnis

Die Zürcher FDP-Nationalrätin Bettina Balmer (60) ist gegen das Feuerwerksverbot. Doch die Bilder der Halloween-Krawalle lassen sie nicht kalt: «Es ist ziemlich ernüchternd zu sehen, dass die Eigenverantwortung bei Feuerwerkskörpern nicht funktioniert.» Trotzdem ist sie gegen das nationale Verbot. Die Entscheidung, ob respektive wie Verbote gehandhabt würden, soll bei den Gemeinden und den Kantonen liegen, nicht beim Bund. Was jedoch überall gelten solle, so Balmer: «Feuerwerk darf keinen Schaden anrichten. Gefahren, die damit einhergehen, müssen strikt vermieden werden.»

Für den Walliser Mitte-Nationalrat Benjamin Roduit (63) sind die Bilder der Ausschreitungen gar ein Argument für Feuerwerk: «Diese unterstreichen doch die Notwendigkeit gemeinsamer Feierlichkeiten, bei denen alle Generationen in einem gemeinsamen Moment des Staunens zusammenkommen – und nicht in einer Logik der Konfrontation und der Zerstörung.»

Die Vorstellung, dass eine Einschränkung von Feuerwerk auch Gewaltausschreitungen verhindern könne, ist laut Roduit abwegig: «Paradoxerweise sind es genau jene Kreise, die die Glut der Volkswut schüren, die ein Feuerwerksverbot befürworten.» Es sind scharfe Töne gegen links.

Verbot-Befürwortende zeigen sich zögerlich

Dort hütet man sich davor, aus den Bildern der Krawallnacht politisches Kapital zu schlagen. Für die Grünen, die die Initiative unterstützen, schreibt der Medienverantwortliche Florian Wüstenholz: «Angriffe mit Feuerwerk auf Blaulichtorganisationen sind bereits heute verboten.» Bei der Initiative gehe es um den gewöhnlichen und legalen Gebrauch von lautem Feuerwerk, das regelmässig Tiere in Panik versetze und die Umwelt belaste.

Anders deutet man die Situation bei den Grünliberalen, die ebenfalls hinter der Initiative stehen: «Die Bilder könnten der Feuerwerksinitiative kurz vor der Abstimmung zusätzlichen Aufwind bescheren», so Kommunikationschef Tobias Keller zur möglichen Wirkung der Krawallnacht. Er betont aber, die GLP habe die Parole zur Feuerwerksinitiative bereits einige Tage vor den Vorfällen gefasst. Denn – wie die Grünen – will er seine Partei keinesfalls mit den Szenen der Zerstörung in Verbindung bringen.

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