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Tradition oder Tierquälerei?Das musst du zur Feuerwerksinitiative wissen

Städte suchen Alternativen
Macht ein Feuerwerksverbot die Stadtfeste attraktiver?

Feuerwerk soll zur Ausnahme werden: Am 29. November entscheidet die Stimmbevölkerung über strengere Regeln für Pyrotechnik. Städte wie Bern haben bereits leisere Alternativen getestet.
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In verschiedenen Städten gibt es Diskussionen, das Feuerwerk durch eine Alternative – etwa durch eine Drohnenshow – zu ersetzen.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Auch wenn die Feuerwerksinitiative angenommen wird, dürfen bei Anlässen von überregionaler Bedeutung Feuerwerke gezündet werden
  • Neuenburg prüft Shows Als Alternative, Bern setzte beim Stadtfest auf rund 300 Drohnen ohne Knalle
  • Der Städteverband lehnt Bundesregeln ab, über 100 Gemeinden haben bereits lokale Einschränkungen
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Leandra SommarugaRedaktorin Politik

In den Himmel schauen und staunen, wie die Raketen mit einem lauten Knall zu bunten Blumen explodieren und sich der Glitzerregen in der Dunkelheit verflüchtigt. Es ist der krönende Abschluss des Jahres, zur Feier des 1. August oder des Stadtfests. Eine Tradition. Daran wird sich auch nach einer Annahme der Feuerwerksinitiative am 29. November, die das Abbrennen von Pyrotechnik einschränken will, nichts ändern. Oder doch?

Die Initiative besagt explizit, dass Kantone für Anlässe von «überregionaler Bedeutung» eine Ausnahmebewilligung erteilen dürfen. Was bedeutet es aber, wenn das Abbrennen von Feuerwerkskörpern zur Ausnahme wird? Werden Stadtfeste attraktiver? Oder wird der Druck grösser, sich rechtfertigen zu müssen, wenn man als Stadt weiterhin auf Feuerwerksraketen setzt? Blick hat in verschiedenen Städten nachgefragt.

Nervosität in Neuenburg

Die Abstimmung werde bestimmt einen Einfluss darauf haben, wie akzeptiert Feuerwerke in Zukunft noch sind, ist Emmanuel Gehrig, Leiter Kommunikation bei der Stadt Neuenburg, überzeugt. Für Diskussionen sorgt die Vorlage dort insbesondere, weil der Stadtrat jüngst einen Antrag verabschiedet hat, festliche Alternativen zu prüfen, die weniger lärmig und umweltfreundlicher sind – wie Wasser-, Ton- und Lichtshows.

Davon betroffen wären das 1.-August-Fest sowie das Weinlesefest. Denn für Private ist das Abfeuern von Pyrotechnik in Neuenburg schon heute verboten. Die Initiative hätte für die Stadt somit nur eine symbolische Wirkung. «Auf jeden Fall muss eine Stadt einer gewissen Grösse, die eine Alternative zum Feuerwerk auf die Beine stellen will, ein Spektakel bieten können, das ebenso gut sichtbar, spektakulär und emotional mitreissend ist wie ein Feuerwerk», so Gehrig.

Leise Drohnen statt laute Knalle

Mit einer Alternative zu Feuerwerk hat die Stadt Bern bei ihrem Stadtfest letztes Jahr bereits Erfahrungen gemacht. «Wir wollten dem Publikum etwas bieten, das es in Bern so noch nie gegeben hatte», erklärt Simon Glauser, Vizepräsident des Bärner Stadtfescht und ehemaliger Berner SVP-Stadtrat. Argumente für die Drohnenshow waren zudem: kein Knall, keine Rückstände in der Altstadt, keine Brandgefahr. «Gerade bei der Hitze und Trockenheit im vergangenen Juni war das ein echtes Argument.»

Mit rund 300 Drohnen sei das Spektakel gelungen: «Die Show war auf unseren Social-Media-Kanälen der Inhalt mit der grössten Reichweite.» Die Kehrseite von Drohnen sei allerdings: Sie sind windanfällig und das Bild ist nicht von überall gleich gut sichtbar.

Zürich will weder Feuerwerk noch Flugshow

In Zürich plant man für die neue Form des Züri Fäschts 2029 weder mit einem Feuerwerk noch mit einer Flugshow, bestätigt Nadine Markwalder von der Kommunikation des Präsidialdepartements der Stadt. Entsprechend lässt sie die anstehende Abstimmung kalt.

Einzig der Städteverband nimmt konkret Stellung zur Feuerwerksinitiative. Auf Blick-Anfrage schreibt dieser: «Eine neue Regelung auf Bundesebene ist aus Sicht der Städte nicht notwendig.» Daher empfehle man die Volksinitiative zur Ablehnung. Der Verband begründet dies nicht mit der Tradition oder dem emotionalen Wert von Feuerwerk, sondern mit der sogenannten Städteautonomie.

Nach geltendem Recht könnten Kantone und Städte respektive Gemeinden bereits selbst entscheiden, ob sie die Verwendung und den Verkauf von Feuerwerkskörpern einschränken wollten. Über 100 Gemeinden kennen solche Einschränkungen bereits, überwiegend in den Kantonen Graubünden, Aargau und Zürich. Geht es nach den Städten, soll dieser regulatorische Flickenteppich bestehen bleiben.

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