Darum gehts
- Strompreise dürften 2027 für Haushalte auf durchschnittlich 26,6 Rappen/kWh sinken
- Typischer Haushalt spart 6 Prozent, mittlere Betriebe bis zu 7 Prozent
- Umfrage: 323 Energieversorger angefragt, 75 antworteten
Im kommenden Jahr dürften wir weniger für den Strom aus der Steckdose bezahlen. Das zeigt eine Umfrage des Verbandes der Schweizerischen Elektrizitätsunternehmen (VSE).
Bei einem typischen Haushalt mit einer Fünfzimmerwohnung mit Elektroherd und Tumbler sinken die Preise im Schnitt um sechs Prozent auf 26,6 Rappen pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: 2026 liegen sie im Schnitt bei 28,6 Rappen pro Kilowattstunde. «Das ist eine weitere deutliche Abwärtsbewegung seit der Energiekrise, welche durch den Ukrainekrieg ausgelöst wurde: Im Jahr 2024 befand sich der Wert noch bei 33 Rappen/kWh», schreibt der Verband in einer Medienmitteilung.
Bei einer Vierzimmerwohnung mit Elektroherd sind es immerhin Minus drei Prozent im Vergleich zu diesem Jahr. Auch grössere (–4 Prozent) und mittlere Betriebe (–7 Prozent) müssen weniger bezahlen.
Gesunkene Energiekosten
Der Verband hat für die Umfrage 323 Energieversorgungsunternehmen angefragt. 75 davon haben teilgenommen; rund die Hälfte mit genauen Zahlen, der Rest mit einer Tendenz. Auch dort habe die Mehrheit sinkende oder zumindest gleichbleibende Tarife gemeldet.
Entscheidend für den Abwärtstrend sind die gesunkenen Energiekosten. Diese sinken im Schnitt um 6 bis 15 Prozent. «Hauptgrund für die tieferen Kosten sind rückläufige Preise auf den Stromgrosshandelsmärkten. Zwar führte der Beginn des Irankriegs Ende Februar 2027 zu einem Anstieg der Strompreise auf dem Terminmarkt. Dies schlägt sich aber vorerst kaum in den aktuellen Tarifen nieder», so der Verband. Die Energieversorger hätten langfristig eingekauft.
Doch die Energiekosten machen den Strompreis nicht alleine. Dazu kommen noch verschiedene Tarife und Abgaben. Die Netztarife bleiben stabil. «Zwar ist der Tarif für das Verteilnetz einerseits leicht gestiegen, während der Tarif für das Übertragungsnetz gesunken ist.»
Die Festlegung der Stromtarife geht jetzt in die heisse Phase: Bis Ende August müssen die Grundversorger ihre Preise melden. Anfang September werden sie dann veröffentlicht.