Digitale Kluft zwischen Stadt und Land schliessen
Bundesrat will 730 Millionen in schnelleres Internet investieren

Bis 2037 will der Bundesrat schnelleres Internet in entlegene Regionen bringen. Ohne Unterstützung könnten zehn Prozent der Haushalte bald vom digitalen Netz abgeschnitten sein.
Kommentieren
1/5
Wohn- und Geschäftsgebäude sollen schweizweit möglichst flächendeckend mit festen Internetanschlüssen versorgt werden.
Foto: imago/Christian Ohde

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Bundesrat plant 730-Millionen-Programm für schnelleres Internet in ländlichen Gebieten
  • 10 Prozent der Haushalte drohen ohne Förderung Internetanschluss zu verlieren
  • Programm finanziert durch 365 Mio. Fr. vom Bund und künftige Mobilfunkerlöse
Riccarda_Campell_Praktikantin Wirtschaft_Blick_2-Bearbeitet.jpg
Riccarda CampellRedaktorin Politik

Während in der Stadt längst das nächste Video läuft, dreht sich auf dem Land mancherorts noch der Ladekreis. Der Bundesrat will das ändern – und nimmt dafür 730 Millionen Franken in die Hand.

Mit einem Förderprogramm will er den Ausbau schneller Internetverbindungen dort vorantreiben, wo der Markt nicht reicht. So soll die digitale Kluft zwischen Stadt und Land kleiner werden. Gleichzeitig will der Bundesrat den Rückstand der Schweiz beim Glasfaserausbau gegenüber dem Ausland verringern. Das gab der zuständige Bundesrat Albert Rösti (59, SVP) am Mittwoch in Bern bekannt.

Dafür legt er dem Parlament den Entwurf für ein neues Bundesgesetz vor. Das Ziel: Wohn- und Geschäftsgebäude sollen schweizweit möglichst flächendeckend mit festen Internetanschlüssen versorgt werden, die mindestens 1 Gigabit pro Sekunde im Download erreichen.

Von den 730 Millionen Franken soll die Hälfte der Bund übernehmen, die andere Hälfte die Kantone. Dafür beantragt der Bundesrat einen Verpflichtungskredit von 365 Millionen Franken für die Jahre 2030 bis 2037. Finanziert werden soll das Programm mit den Einnahmen aus künftigen Mobilfunkkonzessionen.

Ohne Förderung droht jeder zehnte Haushalt den Anschluss zu verlieren

Der Handlungsdruck dürfte in den kommenden Jahren steigen. Die heute noch genutzten Kupferleitungen werden in den 2030er-Jahren schrittweise abgeschaltet. Ohne staatliche Unterstützung könnten deshalb vor allem in dünn besiedelten Regionen Versorgungslücken entstehen. Nach Schätzungen des Bundes wären rund zehn Prozent der Schweizer Haushalte und Geschäfte sonst nicht an moderne Breitbandnetze angeschlossen.

Gefördert werden soll dort, wo sich der Ausbau für die Anbieterinnen nicht lohnt – etwa in abgelegenen Regionen mit wenigen Einwohnerinnen und Einwohnern. Vorrang hat der Ausbau von Glasfasernetzen. Wo dieser zu teuer wäre, kann auch die Erschliessung über Funk unterstützt werden.

Bereits im März 2025 hatte Bundesrat Rösti das Förderprogramm erstmals vorgestellt. Das Programm ist nun auf acht Jahre befristet. Gemeinden müssen ein Gesuch stellen und sich beteiligen wollen. Auch die Kantone entscheiden freiwillig über eine Teilnahme – sie müssen allerdings die Hälfte der Fördergelder übernehmen, damit der Bund mitfinanziert. Reichen die Mittel nach acht Jahren noch nicht aus, kann der Bundesrat das Programm einmalig um höchstens drei Jahre verlängern.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen