Bundeskanzler Viktor Rossi plaudert aus dem Nähkästchen
«Das hat mir Gänsehaut gemacht»

Im Podcast «Politkuchen» plaudert Bundeskanzler Viktor Rossi für einmal aus dem Nähkästchen. Er erzählt über Warmduscher im Bundesrat, seinen Wow-Effekt und wann sogar er die Selbstbeherrschung verlieren kann.
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Bundeskanzler Viktor Rossi (r.) war Gast im Podcast «Politkuchen» von Comedian und Politikwissenschafter Michael Elsener.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Bundeskanzler Viktor Rossi gibt Einblicke in seinen Alltag im Bundeshaus
  • Er bereitet Sitzungen vor, bei denen bis zu 200 Themen behandelt werden
  • Und er verrät, wann er auch mal laut werden kann
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Daniel BallmerRedaktor Politik

Im Bundesrat scheinen dann doch ein paar Warmduscher zu sitzen. Darauf deutet Bundeskanzler Viktor Rossis (57) Einblick hinter die Kulissen des Bundeshauses. Gerade in dieser Hitzeperiode schwimmt Rossi abends gerne mal heimwärts. 

Von Regierungsmitgliedern wurde er noch nie begleitet: «Ich kann mir vorstellen, wenn der Bundesrat in corpore mitkäme, da müssten doch die Temperaturen relativ stark steigen in der Aare. Es wären wohl nicht alle begeistert von der Idee.»

Ansonsten aber ist Rossi ganz nah dran an der Regierung. Trotzdem muss er manchmal auch im Freundeskreis erklären, was er beruflich eigentlich genau macht. Dabei hat der Bundeskanzler eines der wichtigsten Ämter im Staat inne. Nicht umsonst wird er der achte Bundesrat genannt, darf sogar mit aufs jährliche Bundesratsfoto – und dennoch kennt ihn kaum jemand.

«Das war für mich natürlich ein unglaublicher Moment»

Einfach gesagt: Der Bundeskanzler sei der Stabschef der Landesregierung. «Das klingt schon mal gut, oder?», sagt er zu Comedian Michael Elsener (40), dem Gastgeber des Podcasts «Politkuchen». Oder anders: Rossi sorgt dafür, dass der Bundesrat richtig entscheidet.

Der Bundeskanzler bereitet die Regierungssitzung minuziös vor, sorgt dafür, «dass sich der Bundesrat darauf verlassen kann, dass er alle Fakten hat, die er für einen Entscheid braucht». So würden an einem solchen Morgen bis zu 200 Geschäfte durchgepaukt. Da werde nur noch diskutiert, wo es noch Differenzen gibt.

«Da geht es jetzt wirklich um entscheidende Sachen für unser Land»

So gefasst Rossi heute tönt, bei seiner allerersten Bundesratssitzung 2019 war das noch anders: «Da hockt jetzt tatsächlich unsere Regierung und die entscheiden jetzt. Und da geht es jetzt wirklich um entscheidende Sachen für unser Land. Das ist etwas, was mir schon Gänsehaut gemacht hat.» Da könne man ja nicht vorher reinschnuppern.

Gänsehaut bekommt Rossi heute kaum mehr. «Es ist mittlerweile natürlich nicht mehr der gleiche Wow-Effekt jeden Morgen», sagt er verschmitzt. «Wenn ich da vor meiner Bürotür beispielsweise den Beat Jans sehe, der das Büro direkt über mir hat.»

Wenn die Regierung zusammenkommt, werden aber nicht ausschliesslich geschichtsträchtige Entscheide gefällt. Bei Kaffee und Gipfeli plauderten die Bundesräte wie in jedem Büro erst mal über alles, was sie gerade bewegt. «Das kann ein politisches Thema sein, aber das kann auch der YB-Basel-Match vom Wochenende sein, dort hat alles Platz.» Und auch während der Sitzung selber werde immer mal wieder gelacht. «Es haben alle so viel Humor und Schalk, dass zwischendurch auch mal ein Spruch gemacht wird.»

Rossi kann auch ganz anders

Ins Detail geht Rossi natürlich nicht. Der Bundeskanzler gilt als sehr verschwiegen. «Wie ich immer sage: Wir als Menschen haben aus einem bestimmten Grund zwei Ohren und nur einen Mund», sagt Rossi. «Das hängt für mich damit zusammen, dass wir wahrscheinlich doppelt so viel zuhören sollten, wie wir selber reden.»

Aber auch sonst hat Rossi den Ruf, sehr ruhig zu sein. Nichts scheint den Bundeskanzler aus der Ruhe bringen zu können. Ein Irrtum: Es gebe auch einen Viktor Rossi ausserhalb des Bundeshauses, der beispielsweise regelmässig ins Wankdorf-Stadion pilgert. «Ich bin zusammen mit meiner Frau und meinen Töchtern ein Herzblut-YB-Fan», verrät er. «Und ich kann versichern, wer da neben mir hockt, lernt noch einen anderen Viktor Rossi kennen.»

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