Bis zu 23 Prozent mehr auf Konto
Diese Sprache bringt im Job das grosse Lohn-Plus

Bei vielen Kindern ist der Fremdsprachenunterricht nicht besonders beliebt. Doch dieser kann sich finanziell auszahlen – und ist auch für die Wirtschaft wichtig. Romands können mit guten Deutschkenntnissen bis zu 23 Prozent mehr verdienen.
Kommentieren
1/5
Wer mehr als eine Landessprache auf gutem Niveau sprechen kann, profitiert davon finanziell – besonders Romands.
Foto: Getty Images/Westend61

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Deutschkenntnisse bringen in der Romandie bis zu 23 Prozent mehr Lohn
  • Englisch hingegen ist eine «erwartbare Kompetenz»
  • Die «Kombination Französisch-Englisch-Deutsch» verspreche am meisten Erfolg
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
Patrick_Gerber_Journalist Politik_Blick_3-Bearbeitet.jpg
Patrick GerberRedaktor Politik

Vielen Kindern graut es vor dem Fremdsprachenunterricht in der Schule. Doch dieser kann sich später auszahlen – gerade in der mehrsprachigen Schweiz und besonders für Romands. Dabei zeigt sich, dass Deutsch und Französisch neben Englisch noch immer einen grossen Stellenwert haben. 

François Grin (66), Professor an der Universität Genf, untersucht den Wert der Mehrsprachigkeit auf dem Arbeitsmarkt. Sein Befund: Zweisprachige Personen verdienen tendenziell mehr. Gegenüber SRF erklärte er einmal: «Die Einkommensunterschiede bewegen sich zwischen 10 und 20 Prozent.» Bereits zur Jahrtausendwende veröffentlichte er eine Studie, die dies belegt.

Wer in der Westschweiz «gut bis sehr gut» Deutsch spreche, könne bis zu 23 Prozent mehr verdienen. Spreche hingegen jemand in der Deutschschweiz auf vergleichbarem Niveau Französisch, könne das den Lohn um bis zu 15 Prozent erhöhen.

Interessant: Während in der Studie von 1999 noch von 25 Prozent «Bonus» für «gute bis sehr gute» Englischkenntnisse ausgegangen wurde, beziffert die «Tribune de Genève» diesen Wert mit Blick auf die aktuelle Forschung nur noch auf 12 Prozent. Englisch sei eine «erwartbare Kompetenz» und werde daher finanziell weniger geschätzt als Deutsch. 

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.

Lukrativ, aber unter Druck

Englisch sei zwar die Sprache der Technik, aber Deutsch bleibe die Sprache der zwischenmenschlichen Beziehung und der Entscheidungsfindung auf 70 Prozent des Staatsgebiets, wie Thomas Portenseigne, Marketingleiter bei Manpower in Zürich, der Zeitung sagte. Dabei seien die Anforderungen hoch: Deutschkenntnisse unter dem Niveau B2 seien im Lebenslauf nahezu irrelevant.

Trotz der Bedeutung der Sprache Goethes sehen viele Westschweizer Schüler vor allem Englisch als «nützlichen Türöffner». Das zeigt eine nicht repräsentative Befragung von RTS an der Berufs- und Ausbildungsmesse in Lausanne. Doch auch für Deutschschweizer lohnt es sich, Französisch zu können. In mehr als einem Drittel der Stellenanzeigen in der Schweiz werden zwei oder mehr Sprachen verlangt.

Ein möglicher Grund: Gemäss den Studien von François Grin bringt die Mehrsprachigkeit für die Schweizer Ökonomie einen Mehrwert von rund 50 Milliarden Franken, wie er 2008 sagte. 

Schulen müssen sich anpassen

Dennoch gerät das Frühfranzösisch in der Deutschschweiz zunehmend unter Druck. So hegte etwa 2025 das Zürcher Parlament die Absicht, dass Französisch erst ab der Sekundarstufe II unterrichtet werden soll. Auf dieser Schulstufe könne man die grammatikalisch schwierige Sprache schneller und effizienter lernen, meinen die Befürworter. Innenministerin Elisabeth Baume-Schneider (62, SP) hält den Entscheid hingegen im Hinblick auf den Zusammenhalt des Landes für «ein beunruhigendes Signal».

Klar ist: In Zeiten von künstlicher Intelligenz muss auch der Sprachunterricht neu gedacht werden. Yolanda Kernen, Deutschlehrerin beim Migros-Unternehmen Miduca, sagt gegenüber «Tribune de Genève», dass ihre Schüler heute keine langen Grammatiktabellen mehr auswendig lernen wollten. Heute würden feste, gebrauchsfertige Ausdrücke bevorzugt, die eine effektive Kommunikation im beruflichen Kontext ermöglichten. Vor allem mündliche Kenntnisse seien wertvoll. Besonders in der fragmentierten, aber vernetzten Schweizer Wirtschaft sei die «Kombination Französisch-Englisch-Deutsch» der Schlüssel zu den interessantesten Stellen.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen