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Zunehmend Konflikte
Hier breiten sich die Schweizer Auswanderer wirklich aus

Über 836’600 Schweizer lebten Ende 2025 im Ausland – Tendenz steigend. Allzu weit zügeln viele aber nicht, insbesondere unsere Nachbarländer und deren Grenzregionen sind beliebt. Dabei bleiben auch so manche Konflikte nicht aus.
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Aktuell leben rund 838'600 Schweizerinnen und Schweizer im Ausland – etwa die Hälfte davon in den Nachbarländern.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • 836'600 Schweizer lebten Ende 2025 im Ausland, meist in Nachbarländern
  • Wiederum davon lebten die meisten in französischen Departement Haute-Savoie; Schweizer machen dort 6 Prozent der Bevölkerung aus
  • Genf stoppt 2026 Schulbesuch für 1195 Grenzgänger-Kinder, 27 Millionen Einsparung
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Patrick GerberRedaktor Politik

Jedes Jahr entscheiden sich viele Schweizerinnen und Schweizer dazu, lieber im Ausland zu leben – das zeigen die neusten Zahlen des Bundes. Knapp die Hälfte der Auslandschweizerinnen und Ausländer zieht jedoch nicht in die weite Ferne, sondern lässt sich in einem Nachbarland nieder.

Gegenüber dem Vorjahr hat die Zahl der im Ausland wohnhaften Schweizerinnen- und Schweizer um 11'900 Personen zugenommen. Knapp die Hälfte davon lebt in einem Nachbarland – etwa in Deutschland, Italien oder Österreich. Die meisten jedoch in Frankreich – viele in derselben Region.

Der grösste Teil der Auslandschweizerinnen und -schweizer, der sich in Nachbarländern niedergelassen hat, wohnt nämlich im französischen Departement Haute-Savoie am Genfersee. Staatsangehörige der Eidgenossenschaft machen dort stattliche 6 Prozent der Bevölkerung aus. In absoluten Zahlen sind es rund 51'000. Auch in anderen französischen Grenzregionen – wie etwa in den Departementen Ain oder Haute-Rhin – wohnen viele Schweizerinnen und Schweizer.

Streit um Grenzgänger-Schüler

Diese Durchmischung in den Grenzregionen führte aber auch bereits zu Konflikten zwischen Frankreich und der Schweiz. So hat der Kanton Genf etwa entschieden, ab 2026 keine Schülerinnen und Schüler mehr aus dem französischen Umfeld zu unterrichten. Oftmals handelt es sich dabei um Kinder von Grenzgängern, die aufgrund von Wohnungsnot und hohen Lebenshaltungskosten in Frankreich leben. Der Westschweizer Sender RTS sprach von 1195 betroffenen Schülerinnen und Schülern – wovon rund 85 Prozent den Schweizer Pass besitzen.

Mit diesem neuen Regime will der Kanton rund 27 Millionen Franken sparen. Der Ausschluss der Grenzgänger rief sogar den französischen Präsidenten Emmanuel Macron auf den Plan. Laut der «Tribune de Genève» habe er Bundesrätin Karin Keller-Sutter bei einem Treffen seine «Besorgnis und Unzufriedenheit» über den Entscheid mitgeteilt.

In anderen Bereichen gibt es hingegen weniger Reibereien. So fand man etwa – befeuert von der Corona-Pandemie – eine Lösung für die Besteuerung von Homeoffice, die im Ausland geleistet wird. Grenzgängerinnen und Grenzgänger, welche in Frankreich von zu Hause aus für einen Arbeitgeber mit Sitz in der Schweiz arbeiten, müssen ihr Einkommen neu in der Schweiz versteuern – vorausgesetzt, sie arbeiten nicht mehr als 40 Prozent der Arbeitszeit im Homeoffice. Dieselbe Regelung gilt auch in die umgekehrte Richtung.

Frankreich mit Abstand am beliebtesten

Insgesamt wohnt rund ein Viertel aller Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer in Frankreich, das somit klar am beliebtesten ist. Das zweitplatzierte Deutschland kommt auf 12 Prozent. Alleine in Berlin leben rund 8000 Schweizer Staatsbürgerinnen- und Staatsbürger. Beliebt sind aber auch Städte nahe der Grenze, wie etwa Lörrach (5100 Personen) oder Waldshut (4300).

6 Prozent der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer wohnen hingegen in Italien – davon 6800 in der Provinz Mailand. Immerhin noch 2 Prozent der Schweizer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die im Ausland wohnen, haben sich in Österreich niedergelassen. Eine interessante Situation ergibt sich auch in Liechtenstein. Im Fürstentum – dem viertbeliebtesten Land für Auslandschweizerinnen- und Schweizer – machen diese rund 14 Prozent der dortigen Gesamtbevölkerung aus.

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