Darum gehts
- Nationalpräsident Pierre-André Page reist mit Delegation für Gespräche nach Kanada
- SVP-Nationalrat Mike Egger fordert mehr Transparenz und private Finanzierung von Auslandreisen
- 2025 kosteten Auslandsreisen der Parlamentarier rund 1'250'000 Franken
Regelmässig reisen Parlamentarierinnen und Parlamentarier ins Ausland. Das ist üblich – und teuer. Erst Mitte April brachen Nationalratspräsident Pierre-André Page (65, SVP) mit seinen Vizepräsidentinnen Katja Christ (53, GLP) und Farah Rumy (34, SP) nach Montreal und Quebec auf. Mit von der Partie: die Fraktionschefs aller Parteien.
Ziel der Auslandreise ist es, «die bilateralen Beziehungen zu stärken und ein besseres Verständnis dafür zu gewinnen, wie Kanada seine Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zur Schweiz weiterentwickeln und sich im aktuellen geopolitischen Kontext – insbesondere in Nordamerika – positionieren will», heisst es in einer Medienmitteilung. Doch nicht alle sehen solche Auslandreisen positiv.
«Frage der Glaubwürdigkeit»
So stellt sich etwa für SVP-Nationalrat Mike Egger (33) die «Frage der Glaubwürdigkeit und des verantwortungsvollen Umgangs mit finanziellen Mitteln, sprich Steuergeldern», wie er Blick schreibt. Er wolle einen entsprechenden Vorstoss in die Sommersession einbringen.
«Bei Auslandreisen von Parlamentariern braucht es deutlich mehr Transparenz über Zweck, Nutzen, Kosten und Teilnehmerinnen und Teilnehmer», sagt Egger weiter. Es müsse sichergestellt werden, dass solche Reisen nicht für persönliche Profilierung genutzt würden, sondern klar im Interesse des Landes erfolgten.
Doch Egger geht noch weiter: «Die Reisen können somit gut und gerne aus der eigenen Tasche bezahlt werden.» Schliesslich seien die Politiker Milizparlamentarier, für die das «mit einem Zusatzeinkommen aus der Wirtschaft» auch gut möglich sein sollte, so Egger.
Kosten von über einer Million pro Jahr
Zwar werden die Kosten für die Reisen von 2026 – und damit auch jene nach Kanada – erst im ersten Quartal 2027 veröffentlicht. Doch alleine 2025 seien Parlamentarierinnen und Parlamentarier insgesamt für rund 1'250'000 Franken verreist, sagen die Parlamentsdienste gegenüber Blick.
Die Kosten würden jedoch nicht pro Reise ausgewiesen, sondern pro Organ. «Auf eine weitere Aufschlüsselung wird verzichtet, da es sich immer um institutionell begründete und nicht um personenbezogenen Reisen handelt», erklären die Parlamentsdienste.