Darum gehts
- Im August 2023 wurde in Ittigen BE der Cancellara-Kreisel eingeweiht
- Ein goldfarbenes Rennvelo sorgt für Knatsch
- Betonfundament und Podest seien ohne Baubewilligung errichtet worden, so der Vorwurf
Es war ein grosser Tag in Ittigen BE. Im August 2023 wurde an der Hauptstrasse ein neuer Kreisel mit einem grossen Fest eingeweiht. Das Rondell ist dem berühmtesten Ittiger gewidmet: dem früheren Radprofi Fabian Cancellara (44). Die Gemeinde ist stolz auf den mehrfachen Olympiasieger und WM-Goldmedaillengewinner.
Das Glanzstück im Cancellara-Kreisel ist ein überdimensioniertes, goldenes Rennvelo. Ein echter Hingucker! 170'000 Franken soll das gute Stück gekostet haben. Nun sorgt es für Knatsch im Dorf, wie die «Berner Zeitung» berichtet.
Fehlende Baubewilligung?
Betonfundament und Podest für das Velo seien ohne Baubewilligung errichtet worden, moniert demnach ein Bürger in einer aufsichtsrechtlichen Anzeige. Auch die Finanzierung sei unklar. 170'000 Franken soll der Kreisel laut Recherchen der Zeitung gekostet haben! Angekündigt gewesen waren 50'000 Franken. Für die restlichen 120'000 Franken hat es möglicherweise nie einen Gemeinderatsbeschluss gegeben.
Weitere Teil des Projekts – damals wurde der ganze Verkehrsknoten neu gestaltet – seien nicht nach den Plänen und Bestimmungen umgesetzt worden. Pikant: Beim Urheber der Anzeige handle es sich um einen ehemaligen Mitarbeitenden der Gemeinde in verantwortlicher Stellung im Tiefbau.
Regierungsstatthalteramt muss klären
Nun muss das Regierungsstatthalteramt klären, ob beim neuen Verkehrsknoten in Ittigen alles den Vorschriften entsprach. Die Gemeinde wurde demnach aufgefordert, zu verschiedenen Fragen eine Stellungnahme zu verfassen und bestimmte Unterlagen einzureichen.
Der seit 2025 amtierende Ittiger Gemeindepräsident Thomas Stauffer wollte sich gegenüber der Zeitung aufgrund des laufenden Verfahrens nicht zum Fall äussern. Auch zu den Kosten schweigt er. Die Öffentlichkeit werde zu gegebener Zeit informiert. Auch der frühere Gemeindepräsident Marco Rupp, der bei Projekt federführend war, wollte sich nicht äussern.