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Erste Reaktion auf Zoll-Schock:«39% – das war erwartbar»

«Absurd»
Mit dieser Rechnung erklärt Keller-Sutter den 39-Prozent-Zollsatz

Der Bundesrat reagiert mit «grossem Bedauern» auf den Zollschock. Karin Keller-Sutter äusserte sich am Rande ihrer 1.-August-Rede erstmals ausführlich. Und lieferte auch Erklärungsansätze, warum die US-Zölle so hoch ausfallen.
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Der Bundesrat reagiert mit Bedauern auf die Zollankündigung.
Foto: keystone-sda.ch

Der Bundesrat hat die von den USA genannten Zusatzzölle «mit grossem Bedauern» zur Kenntnis genommen. Die Schweiz strebe weiterhin eine Verhandlungslösung mit den USA an, heisst es aus Bern.

Verkehrsminister Albert Rösti (57, SVP) sagte im Wallis in seiner Bundesfeier-Ansprache, er bedaure die Mitteilung aus Amerika. Man hätte eine «gute» Absichtserklärung gehabt. «Ich möchte namens des Bundesrats versichern, dass wir die Verhandlungen weiterführen. Es ist noch nicht aller Tage Abend», so Rösti. «Wir haben eine starke Wirtschaft und werden die Stärken der Schweiz aufzeigen.»

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Albert Rösti zu Zollhammer:«Es ist noch nicht aller Tage Abend»

Optimistisch gibt sich Mitte-Bundesrat Martin Pfister (62, Mitte). Während seiner 1.-August-Rede auf einem Bauernhof in Lütisburg SG sagte er: «Ich bin sicher, dass wir eine Lösung finden werden mit Präsident Trump in der Zollfrage.» Gleichzeitig mahnte der Verteidigungsminister, dass die Schweiz die internationalen Verwerfungen immer mehr zu spüren bekomme.

Jans: Europa ist unsere Heimat

Justizminister Beat Jans (61, SP) sagte in Schaffhausen, die Heimat der Schweiz sei Europa: «Wenn zum Beispiel die USA willkürlich Zölle von 39 Prozent gegen Schweizer Produkte einführen wollen, spüren wir das umso mehr. Demokratie und Rechtsstaat kommen unter Druck, in sozialen Medien und Parlamenten verschärft sich der Ton. Es gilt wieder die Macht des Stärkeren, viele ziehen sich in ihre Welt zurück, schauen nur für sich. Und es wird wieder aufgerüstet.» Der 1. August sei auch eine Warnung.

In Gersau SZ blickte Aussenminister Ignazio Cassis (64, FDP) in seiner 1.-August-Ansprache auf die Weltlage. «Zölle werden erhöht, Handelsabkommen zerlegt, internationale Regeln ignoriert», hielt er allgemein fest. «Nicht das Recht regiert – sondern das Faustrecht. Gemeinsame Lösungen weichen dem Alleingang.» Die Schweiz lasse sich nach dem Entscheid Trumps nicht entmutigen und strebe weiterhin eine Einigung im Interesse beider Seiten an, so Cassis.

Bundesrat «analysiert die neue Sachlage»

Der von US-Präsident genannte Zusatzzoll von 39 Prozent weiche «deutlich» vom Entwurf einer gemeinsamen Absichtserklärung ab, schrieb der Kommunikationschef des Eidgenössischen Finanzdepartements, Pascal Hollenstein, am Freitagmorgen auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

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Auf X hielt der Bundesrat weiter fest: «Die Schweiz war und ist im Kontakt mit den verantwortlichen Stellen in den USA.» Sie strebe eine Lösung mit den USA an, die «sowohl mit der Schweizer Rechtsordnung als auch den bestehenden Verpflichtungen vereinbar ist».

Der Bundesrat werde die neue Sachlage analysieren und über das weitere Vorgehen entscheiden.

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