Nach internem Aufstand
Niederlande ziehen sich erneut wegen Israel aus dem ESC zurück

Hin und Her in den Niederlanden. Nachdem der dortige Rundfunk Ende September 2026 die Rückkehr zum Eurovision Song Contest verkündet hat, gibts nun einen Rückzieher. Grund ist die Teilnahme Israels.
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Die Niederlande werden nicht am Eurovision Song Contest 2027 in Burgas dabei sein.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Die Niederlande ziehen die ESC-Rückkehr zurück und fehlen 2027 in Burgas wegen Israels Teilnahme
  • Rundfunkorganisation NPO nennt zu wenig Rückhalt, nachdem 400 Mitarbeitende öffentlich gegen die Teilnahme protestierten
  • Der ESC läuft in den Niederlanden weiter im TV, Kanada startet 2027 und Nordmazedonien kehrt zurück
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Michel ImhofTeamlead People

Was nun? Ende September verkündete der niederländische Rundfunk NPO die Rückkehr des Landes zum Eurovision Song Contest (ESC). Ein Wechsel der Zuständigkeiten machte diesen Schritt möglich. Jetzt folgt einen Monat später der Rückzieher: Die Niederlande werden am ESC 2027 im bulgarischen Burgas nicht dabei sein. Der interne Rückhalt beim Sender sei zu klein.

Man drückte die Pausentaste, schreibt der Sender NPO in einer Mitteilung. «Nach Gesprächen mit den Rundfunkanstalten zeigt sich, dass derzeit kein ausreichender Rückhalt für eine Teilnahme im Jahr 2027 besteht. Der Eurovision Song Contest wird weiterhin über die NOS im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu sehen sein, inklusive niederländischem Kommentar und Vorberichterstattung.»

Niederländischer Act soll volle Unterstützung erhalten

2026 hatten die Niederlande den Eurovision Song Contest in Wien wegen der Teilnahme Israels boykottiert. Der einst verantwortliche Sender Avrotros hielt am Boykott fest, aber die Rundfunkorganisation NPO stellte eine Rückkehr der Niederlande zum ESC in Aussicht und plante für 2027 eine Änderung der Zuständigkeit. Nun wird daraus aber nichts.

«Wir wissen schon länger, dass die Teilnahme Israels unterschiedliche Reaktionen in der Gesellschaft hervorruft und für Diskussionen und Spaltung sorgt. Das ist auch bei den Rundfunkanstalten und Mitarbeitern der Fall, und wir haben Verständnis für diese Sensibilität», so Jurre Bosman, Mediendirektor von NPO. «Wir wollen nur dann einen Künstler oder Künstlerinnen und Mitarbeiter zum Festival schicken, wenn sie auf die volle Unterstützung einer oder mehrerer Rundfunkanstalten zählen können.»

Interner Protest

Mitte Oktober haben 400 Mitarbeiter von NPO in einem öffentlichen Brief den Sender aufgerufen, nicht an der Teilnahme am ESC festzuhalten. Man könne «nicht akzeptieren, dass der Wunsch, an einer Unterhaltungsshow teilzunehmen, wichtiger ist als das Leben der vielen Menschen, die getötet werden», schrieben sie in Anlehnung an das vielerorts kritisierte Vorgehen der israelischen Streitkräfte in Gaza.

Die Organisatoren vom Eurovision Song Contest nehmen den erneuten Rückzug der Niederlande zur Kenntnis. «Wir sind uns bewusst, dass die Meinungen zum Wettbewerb derzeit tief und aufrichtig vertreten werden und dass sie sowohl innerhalb der einzelnen Länder als auch zwischen den Ländern stark voneinander abweichen. Wir lehnen keine dieser Ansichten ab», so ESC-Direktor Martin Green.

Kanada erstmals dabei

Der ESC 2027 findet vom 11. bis 15. Mai 2027 in Burgas in Bulgarien statt. Kanada wird neu am Wettbewerb teilnehmen, Nordmazedonien kehrt zurück. Unklar ist, ob neben den Niederlanden auch Irland, Island, Spanien und Slowenien an ihrem ESC-Boykott festhalten. Bisher hat keines der Länder eine Rückkehr angekündigt.

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