Darum gehts
- Zoe Torinesi spricht bei Jontsch über zwei Fehlgeburten
- Als Kind reiste sie mit der Mutter nach Afrika und Martinique
- Sie schildert einen TV-Kussversuch und ihre lockere Treue
Über eine Stunde plaudern Model und Moderatorin Zoe Torinesi (46) und Moderator Jonathan «Jontsch» Schächter (44) in seinem Podcast «Spaghetti mit Ketchup und Chäs» über alte Zeiten. Dann wird es still. Schächter tastet sich vorsichtig ans Thema Kinder heran. «Es hat bei mir nicht geklappt. Ich habe zwei Kinder verloren», gesteht die Solothurner Moderatorin.
Sie selbst gehe im Freundeskreis offen damit um, auch wenn sie es nicht jedem erzählt hat. Geholfen haben ihr Familie, Freunde, ihr Partner und ihr Job. Dazu kommt eine grosse Dankbarkeit für alles, was sie hat. Hätte sie ihre Träume nur auf die Mutterrolle gebaut, wäre es noch schwerer gewesen, sagt sie. Von ihrer eigenen Mutter hat sie in dieser Zeit nicht den grössten Rückhalt bekommen.
Heute ist das Thema Kinder für Zoe abgehakt. Sie hat eine Karriere, die sie stolz macht, eine glückliche Beziehung, ein schönes Zuhause und ist gesund. «Ich glaube, wir Menschen haben heutzutage das Gefühl, man könne alles haben im Leben, und so ist es einfach nicht.» Jontsch ist überzeugt, dass sie eine tolle Mutter gewesen wäre.
Mit sechs im Postauto nach Afrika
Dass Torinesi so geerdet wirkt, überrascht angesichts ihrer Kindheit. Geboren in Parma, trennen sich ihre Eltern, als sie etwa zwei Jahre alt ist. Mit ihrer Schweizer Mutter zieht sie nach Solothurn. Zu Hause wird Englisch gesprochen, ihre erste Sprache ist aber Italienisch.
Kurz vor der Einschulung packt die Mutter ihre Tochter ein und will ihr die Welt zeigen. Torinesis lange Haare müssen vorher ab, das sei praktischer in Afrika. Los geht es in einem zum Wohnmobil umgebauten Postauto, gesteuert von einem Schweizer, der ausgerechnet Aromat dabeihat. Die Mutter regt das mächtig auf. Kurz darauf trennen sich ihre Wege mit dem Fahrer.
Mutter und Tochter reisen allein weiter, per Fähre nach Marokko und später in den Senegal. Sie schlafen in billigen Hotels, fahren mit Bussen und sind mit Einheimischen unterwegs. In einem Fischerdorf gibt es keinen Strom und keine Strassen, nur Sand und Petrollampen. Zoe spielt mit den Kindern einer einheimischen Familie und lernt in Windeseile Französisch. Nach rund zweieinhalb Monaten ist sie pünktlich zur Einschulung zurück in Solothurn.
Mit etwa acht Jahren geht es nochmals weg, diesmal nach Martinique. Zoe besucht dort die Schule als einziges Touristenkind. Es wird heftiger. «Dort habe ich schon viele Sachen gesehen, die ziemlich crazy sind.» Sie erzählt von einer Lehrerin, die Kinder schlägt. Und davon, wie sie als Kind von der Schule heimkommt und die Wohnung auf den Kopf gestellt ist, weil die Polizei den Freund ihrer Mutter sucht.
Der unerlaubte Kuss vor der Kamera
Als junge Frau mischt Torinesi bei einem Model-Contest in einer Late-Night-Show mit. Ebenfalls dabei ist ihre Freundin Fabienne. Torinesi erzählt, dass der Moderator ihrer Freundin dort einen Kuss auf den Mund gegeben hat. Auch bei ihr habe es der Moderator versucht. «Heute wäre das ein Riesenskandal», sind sich die beiden einig.
Zum Schluss sprechen die beiden noch über die Liebe. Jontsch sieht in Torinesi eine Abenteurerin, sie sieht sich selbst anders. Seit sie 13 ist, war sie fast nie Single. «Offenbar bin ich sehr ein Beziehungsmensch.»
Mit Treue nimmt sie es dennoch weniger streng als viele andere. Für Zoe ist Betrug vor allem eine Frage der Ehrlichkeit. Sie weiss, wie sich das anfühlt, denn sie wurde selbst schon betrogen. Das Konzept der Monogamie geht für sie persönlich nicht auf. «Solange man sich nicht anlügt, ist es für mich nicht wirklich Betrug.»
Eine offene Beziehung will sie das nicht nennen. Eine Dauer-Affäre wäre für sie ein No-Go. Käme aber mal etwas vor, wäre das für sie und ihren Verlobten nicht so schlimm. Eifersüchtig wäre sie dagegen, wenn ihr Partner eine enge emotionale Bindung zu jemand anderem hätte. Dass es bei ihnen so weit kommt, glaubt sie nicht.