«Working Dad»
Heimweh-Sänger Markus Stadelmann schmeisst daheim den Haushalt

Er hat mehrere Jobs und schmeisst daheim hauptsächlich den Haushalt: Der Innerschweizer Heimweh-Sänger ist gefordert. Er gibt Einblick in seinen Schul- und Familienalltag und freut sich über eine Premiere beim Jubiläumsalbum seines bekannten Männerchors.
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Markus Stadelmann sorgt am Grill fürs Familienznacht. Der Heimweh-Sänger ermöglicht seiner Frau derzeit ein Vollzeitstudium.
Foto: Linda Käsbohrer

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Markus Stadelmann (44) ist Lehrer, Sprecher und Sänger im Männerchor Heimweh
  • Er vereint Beruf, Familie und Musik und singt erstmals Solo
  • Heimweh feiert 10 Jahre, neues Album «Fründschaft» erscheint am 14. August
Andrea Butorin (Text), Linda Käsbohrer (Fotos), GlücksPost
Glückspost

Ob «Rosmarie», «Stärneliechtermeer» oder «Blueme»: Der Männerchor Heimweh begeistert und berührt sein Publikum seit zehn Jahren mit seinen gefühlvollen Dialekt-Liedern. Markus Stadelmann (44) ist von Anfang an beim Mundart-Projekt dabei. Wer den stattlichen gebürtigen Glarner im «Chüjermutz» auf der Bühne sieht, ahnt nicht, wie vielfältig sein berufliches und familiäres Leben tatsächlich ist.

Markus Stadelmann hat nämlich gleich mehrere Berufe. Zudem schmeisst er daheim gerade den Grossteil des Haushalts. Bei einem Besuch im Schwyzer Bezirk March, wo er heute lebt und auch arbeitet, gibt er einen Einblick in sein gut ausgefülltes Berufs- und Privatleben.

Kindergarten C in Schübelbach SZ: Es ist der vorletzte Schultag vor den Sommerferien. Mit seiner Gitarre und einem lustigen Lied zum Bewegen aktiviert «Herr Stadelmann» die Gruppe nach der Mittagspause. Während er in den höheren Schulklassen als Lehrer tätig ist, arbeitet er im Kindergarten als Heilpädagoge. Ein solcher fördert die Kinder individuell gemäss ihren Bedürfnissen. Wie er das tut, zeigt sich, als er nach dem Begrüssungslied drei Kinder zu sich ins Büro nimmt. An der einen Wand hängen alle Buchstaben des Alphabets mit Beispielzeichnungen, an der anderen Wand die Zahlen von 1 bis 20. Markus Stadelmann gibt bunte Plastikchips in eine Schüssel und macht mit den Kindern spielerische Zähl-Übungen. «Hast du mehr oder weniger Chips in deinem Teller als ich?», fragt er einen Jungen.

Als Lehrer und Heilpädagoge arbeitet Markus Stadelmann zu 80 Prozent. Im Nebenerwerb ist er Sprecher: Das Reden hat er als Moderator bei diversen Radiosendern perfektioniert. Jetzt ist er freischaffender Event-Moderator und Sprecher, sei es für Werbespots oder bei Openairs. Dank bekannter Grosskunden ist seine Stimme schweizweit bekannt, zum Beispiel beim Werbeslogan «Coop. Für mich und dich.»

«Wir sind auf gutem Weg»

Seine Stimme steht auch bei seinem zweiten abwechslungsreichen «Nebenjob» im Zentrum: beim Männerchor Heimweh. Besonders intensiv wird es für ihn jeweils während der rund viermonatigen Schweiz-Tournee.

Markus Stadelmann zählt zu den Gründern von Heimweh. Am 14. August erscheint das Album «Fründschaft» zum zehnjährigen Jubiläum des Chors, die gleichnamige Tour startet im Januar.

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Dieser Artikel wurde erstmals in der «GlücksPost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer donnerstags in unserem Heft: zum Abo!

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Der Titel passe perfekt, denn in den letzten zehn Jahren seien viele Freundschaften entstanden – nicht nur zwischen den Chor-, sondern auch den Band- und Crewmitgliedern.

«Es ist ein sehr persönliches und farbiges Album, und wir haben es geschafft, nochmals eine Schippe draufzulegen», urteilt Stadelmann. Für den Bass-Sänger gibt es eine Premiere: Beim Lied «Ziit» singt er erstmals ein Solo, und zwar in seinem Heimatdialekt Glarnerdeutsch.

«Mich macht stolz, dass Heimweh eine Band zum Anfassen geblieben ist», sagt er. So nähmen sie sich nach jedem Konzert Zeit für alle, die ein Autogramm oder ein Selfie wünschen. Auch wenn dies manchmal ebenso lang wie das vorhergegangene Konzert dauere. «Wenn uns Fans, ob klein oder gross, mit einem Geschenk oder einer Zeichnung überraschen, ist das für mich ein ebenso wichtiger Moment, wie wenn wir als Vorband von Andreas Gabalier im Fussballstadion St. Gallen unseren bisher grössten Auftritt geniessen.» Markus Stadelmann blickt positiv in die Heimweh-Zukunft: «Wir sind auf gutem Weg, und ich hoffe, dass er noch lange weitergehen wird.»

Wellness im Wohnzimmer

«Tschüss, Herr Stadelmann!» Die Kindergärtelerinnen und Kindergärteler lassen es sich nicht nehmen, sich vor den Sommerferien persönlich von ihrem Heilpädagogen zu verabschieden. Für ihn ist es nun Zeit, ins Nachbardorf Reichenburg SZ zu fahren, wo er mit seiner Familie lebt. Bevor seine Kinder, die beide im Primarschulalter sind, nach Hause kommen, will er noch die Wäsche erledigen und sich Gedanken übers Abendessen machen.

Dass er sein Pensum als Lehrer aufgestockt hat und daheim mehrheitlich den Haushalt schmeisst, ermöglicht seiner Frau (48), ein dreijähriges Vollzeitstudium zu absolvieren. Auch sie will danach als Kindergarten- und Unterstufenlehrperson arbeiten. Deshalb bezeichnet sich Stadelmann als «Working Dad». Damit bedanke er sich bei seiner Frau nicht zuletzt dafür, dass sie ihm bei seinen Heimweh-Abenteuern den Rücken freihalte.

Kinder helfen mit

«Es herrscht daheim aber kein Hotelbetrieb. Die Kinder helfen mit. Gut möglich, dass dies manchmal aus Mitleid passiert, wenn ich mich im Haushalt komisch anstelle», sagt er schmunzelnd. Er geht pragmatisch vor. Als Erstes habe er einen Roboter angeschafft, der den Boden saugt und auch gleich feucht aufnimmt. Nach einem kleinen Wäschedrama – Stadelmann musste lernen, dass er bei delikateren Kleidungsstücken unbedingt erst die Waschanleitung liest – hat er nun ein «Wasch-Tutorial» geschrieben. Die Anleitung soll die Kinder zum Mithelfen animieren, diene aber auch ihm als Spickzettel.

Das Zuhause der Familie Stadelmann verrät auf liebevolle Weise: Hier wird gelebt. In einer Ecke türmen sich Spiele, im Regal daneben stehen Bücher, Spielsachen und Instrumente. Eine Wand gehört den wichtigsten Auszeichnungen und Erinnerungen von Heimweh. Mitten im Wohnzimmer steht eine Hängematte. Markus Stadelmann liebt es, darin zu fläzen und Musik zu hören oder zu lesen: «Das ist für mich Wellness.»

Er schätzt die Zeit daheim

Dass er dank seiner nahen Arbeitsstelle am Mittag immer daheim kochen kann, betrachtet Stadelmann als «Qualitätszeit». Denn früher pendelte er zwischen drei verschiedenen Schulorten in drei verschiedenen Kantonen und war deshalb viel weniger zu Hause. Eine schöne Folge vom Daheimsein sei, dass seine Kinder in keiner Situation ausschliesslich das Mami brauchen würden: Sei es trösten, helfen oder Gutenachtgeschichte vorlesen – all das werde gleichermassen von ihm als Papi eingefordert.

Für seine Kinder sei er daheim kein Lehrer. «Sie finden, ich sei wie der Vater der Zeichentrickfilmfigur Bluey.» Dem passierten manchmal blöde Sachen, und manchmal behaupte er das Blaue vom Himmel, doch seine Kinder durchschauten ihn. «Ich glaube, ich bin ein cooler und sehr herzlicher Papa», sagt Markus Stadelmann.

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