Darum gehts
- Hazel Brugger kritisiert im Podcast die hohen Kita-Kosten in der Schweiz
- 3500 Franken monatlich für zwei Kinder machen Arbeiten oft unrentabel
- Heftige Leser-Debatte: Doppelmoral-Vorwürfe und unterschiedliche Ansichten zur Kinderbetreuung
Hazel Brugger nimmt im Podcast mit Moderator Matze Hielscher (46) kein Blatt vor den Mund. Sie ortet in der Schweiz «so krasse gesellschaftliche Probleme», die viele Landsleute gar nicht wahrnehmen würden. Was sie am meisten wütend macht: die hohen Betreuungskosten für Kinder. Sie kenne drei hochqualifizierte Freundinnen, die trotz Spitzenabschluss nicht arbeiten, weil die Kita mit gut 3500 Euro im Monat bei zwei Kindern das gesamte Gehalt frisst. Bruggers spitzes Lohn-Fazit: «Ich könnte nicht in einem Staat leben aktuell, der mich dazu zwingt, reich zu sein, um arbeiten zu dürfen.»
Unter dem Blick-Artikel sorgt der Rundumschlag der Stand-up-Komikerin für reichlich Diskussionsstoff. Die Leserschaft gliedert sich rasch in verschiedene Lager.
«Und tschüss!»
Eine Mehrheit der Leserschaft reagiert gereizt auf Bruggers Schweiz-Kritik und wirft ihr vor, aus dem deutschen Exil vorschnell zu urteilen. User Michael Trachsler meint: «Dass Hazel Brugger ausgerechnet gesellschaftliche Missstände in der Schweiz kritisiert, entbehrt angesichts der tiefgreifenden Probleme in Deutschland nicht einer gewissen Ironie.» User Christoph Müller winkt ab: «Und tschüss. Viel Vergnügen in Deutschland!»
Besonders der Verdacht der Doppelmoral kocht hoch. User Roman Danz fasst zusammen: «Finde es schwierig, wie hier über die Schweiz gelästert wird, während man sich in anderen Momenten gern als Schweizerin präsentiert [...]. Diese Doppelmoral wirkt unauthentisch.» Viele vermuten zudem eine spätere Rückkehr ins Sozialsystem. User Adrian Amstutz hält fest: «Im Alter kehren solche Leute gern in die von ihnen verpönte Schweiz mit ihren Leistungen zurück.»
«Irgendwas falsch gemacht»
Viele Leser hinterfragen Bruggers konkrete Beispielrechnung zu ihren Freundinnen scharf. User Josef Scherrer schreibt dazu: «Dass Ihre Freundinnen, die angeblich studiert haben [...], nicht mal 3500 Franken im Monat für die Kita zahlen können? Da stellen sich doch Fragen wie: Was haben die Freundinnen studiert?» Auch User Kenny Roberts meint trocken: «Wer [...] ist, aber dann gemäss Hazel nur 3500 verdient, hat irgendwas falsch gemacht,»
«Also mal auf was verzichten»
Dass Kitas in der Schweiz teuer sind, sehen viele nicht als Systemfehler, sondern als reine Erziehungssache. User Marcel Lüthi bringt diese Haltung auf den Punkt: «Es ist mehr als richtig, dass man für die Kita tief in die Tasche greifen muss. Kinder in die Welt setzen und meinen, die Allgemeinheit finanziert deren Erziehung, ist ein Unding.» User Roland Schelker doppelt nach: «Wieso sollen andere für ihre Kinder zahlen? Sie wollte ja Kinder. Also mal auf was verzichten.»
Eine Minderheit der User verteidigt Brugger in der Sache. Chris Hoss betont: «Finde das Bashing gegen Brugger deplatziert. Denn das, was sie anspricht, ist ein reales Problem. In anderen Ländern wird das Kinderkriegen gefördert, aber bei uns ist es sogar ein Armutsrisiko.» Auch User Marc Jenal merkt an: «Wer nicht wenigstens über dem Medianlohn verdient und Kinder in die Kita schickt, tut es wohl eher, um beruflich am Ball zu bleiben [...]. Finanziell gewinnt man nichts dadurch.»