Darum gehts
- Aurel Hassler, Sänger der Stubete Gäng, liebt Cham und den Zugersee
- Er überraschte seine Frau 2026 beim Openair Moon&Stars vor 10'000 Fans
- Stubete Gäng: 500 Konzerte seit 2019, Hit «Richi» als Nati-Torsong
Weisse Shorts, T-Shirt, Baseball-Mütze, Sonnenbrille auf der Nase und eine Plastiktüte sowie ein Badetuch in der Hand: Als Aurel Hassler (41) an diesem sonnigen Montagmorgen im Villettepark von Cham ZG eintrifft, sieht er aus wie ein gewöhnlicher Seegänger. Ein noch etwas müder Seegänger. Der Frontmann und Sänger der Stubete Gäng hat gerade ein Wochenende mit drei Konzerten und 500 Autokilometern hinter sich. Nun trifft er sich mit der GlücksPost für die Sommerserie an einem seiner Lieblingsorte. Rasch taut er auf und scherzt über mögliche Entenflöhe im See, über den Ruf seines Heimatkantons Zug («Wer die Aussicht auf den Zugersee geniesst, bekommt vom Kanton eine saftige Rechnung zugestellt!») und über die Posier-Wünsche der Fotografin.
Der Blick auf den Zugersee mit der Rigi und weiteren Bergen im Hintergrund ist in der Tat sensationell – und zum Glück kostenfrei. «Als Jugendliche haben wir hier viele Abende und Nächte verbracht», sagt Hassler und ergänzt lächelnd: «Hier bin ich so richtig daheim.» Mit «hier» meint er nicht nur den Villettepark, sondern auch den Hirsgarten, der am anderen Ufer des Flusses Lorze liegt. «Besonders oft waren mein Bruder Moritz und ich dort, als Freunde von uns das Kiosk-Restaurant Hirsgartenbad führten.» Als diese Freunde auch das Beizli im nahen Strandbad übernahmen, arbeiteten Aurel und Moritz Hassler (38) vor ihrem Studium dort eine Saison lang, frittierten Pommes und verkauften Süssigkeiten.
Ein Romeo-und-Julia-Moment
Seit 2018 führen die Brüder, beide ausgebildete Primarlehrer, ein ganz anderes Leben: Mit ihrem Vater Hans (81) und Onkel Claudio (79), zwei versierten Volksmusikern, gründeten sie die Stubete Gäng. Ihr selbst kreiertes Genre Örbn Ländler traf einen Nerv. Seither musizieren und tanzen sie landauf, landab bei «Hundsverlochete» ebenso wie auf den grössten Bühnen des Landes. Jüngst zum Beispiel am Openair Moon&Stars in Locarno TI vor 10'000 Besucherinnen und Besuchern.
Aurel Hassler ist noch spürbar beseelt von Locarno: Während des Konzerts schlich er sich auf den Hotelbalkon über der Piazza Grande, auf dem seine Frau Julia Koch (45) das Konzert verfolgte. «Liebe Julia», sagte er ins Mikrofon, «ich weiss, ich habe dich nie gefragt, ob du mich heiraten willst. Dafür habe ich nun einen kleinen Zaubertrick vorbereitet.» Er sang für sie das Lied «Stärnschnuppe», das ihr Kennenlernen beschreibt, und das Publikum sorgte mit Tausenden von leuchtenden Handys für eine stimmungsvolle Kulisse. «Es war der Wahnsinn!», sagt Aurel Hassler über den Romeo- und-Julia-Moment mit Happyend.
Seine Julia lernte er 2016 kennen. Die Lebenskünstlerin lebte und arbeitete damals schon seit zwölf Jahren als Kosmetikerin, Model und Therapeutin in Indien, war aber auf Besuch in der Schweiz. Aurel Hassler folgte ihr ins indische Pondicherry. Dort wohnten sie zwei Jahre lang. Als Julia Koch mit Adeo schwanger wurde, zogen sie zusammen in die Schweiz zurück. 2020 heiratete Aurel seine Julia, und 2021 kam Menoa zur Welt. Heute leben sie in Sins AG unweit des Zugersees.
Dieser Artikel wurde erstmals in der «GlücksPost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer donnerstags in unserem Heft: zum Abo!
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In der GlücksPost sagte Aurel Hassler einmal: «Ich war lange auf dem emotionalen Stand eines Kleinkinds. Seit ich Vater geworden bin, kann ich meine Gefühle viel besser ausleben.» Davon profitiere insbesondere seine Beziehung zu Julia: «Es ist mega schön, wenn man sich mit jemandem austauschen kann», sagt er. «Wir reden unglaublich viel und gern zusammen und sind uns auch nicht zu schade für Themen, die vielleicht ein bisschen unangenehm sind.»
Ein perfekter Sommertag
«Nach dem Aufstehen überlege ich mir: Soll ich überhaupt ein T-Shirt anziehen oder nicht? Shorts oder direkt die Badehose?» So beginnt für den Stubete-Gäng-Frontmann ein idealer Sommertag. Danach gehe es an seine Lieblingsorte in Cham, denen Hassler auch als Familienvater treu geblieben ist: auf den Spielplatz im Villettepark oder in die Badi. «An einem heissen Tag ist es für mich das Grösste, in den See zu tauchen. Aber mit Kindern muss man stets auf der Hut sein, es ist deshalb nicht immer so entspannt.»
Nach einer Siesta an einem schattigen Plätzchen gehe er am Abend dieses perfekten Sommertags, wenn es kühler wird, mit seiner Familie spazieren oder Velo fahren. Oder der einst leidenschaftliche Fussballer beim SC Cham tschutte eine Runde mit seinen Söhnen: «Sport und Bewegung sind zentral für mein Sein», sagt er. «Danach gehen die Kinder auf wundersame Weise von allein ins Bett», skizziert Hassler diesen Tag grinsend weiter. Und für ihn und seine Frau blieben ein paar gemütliche Stunden auf dem Balkon.
Verbringt er Zeit mit der Familie, könne er bestens abschalten und geniessen. Denn: «Sollte ich gedanklich nicht bei ihnen sein, würden sich meine Söhne lautstark melden.»
Keine Zukunftspläne geschmiedet
Ganz abtauchen kann Aurel Hassler indes nicht: Mitten im Hochsommer tüftelt er bereits an Ideen für die bevorstehende «Samichlaus»-Tour der Stubete Gäng. Seit 2019 hat die Formation vier Alben veröffentlicht. Ihr Lied «Richi» wird seit zwei Jahren von der Schweizer Eishockey-Nati als Torsong verwendet und wurde dadurch zum Megahit. «Mit der Stubete Gäng erlebe ich so viele Emotionen», sagt Aurel Hassler. Ruhig und besonnen erzählt er von seinem Leben, auf der Bühne aber mutiert er jeweils zur Rampensau.
Rund 500 Auftritte hat die Band in den letzten sieben Jahren bestritten. Manchmal seien die Bedingungen für die Musiker vor Ort schwierig; mal fehle die Garderobe, mal stimme das Licht oder der Ton nicht. Dann sei er manchmal hart mit seinen Mitmusikern und erwarte von ihnen, die Situation anzunehmen.
Aurel Hassler sagt: «Ich habe viel Zeit in ärmeren Gegenden dieser Welt verbracht und bin mir bewusst, wie viele Menschen gern an unserer Stelle wären.» Er habe zum Glück die perfekten Menschen gefunden, die bereit seien, ebenso sehr an den Details zu arbeiten wie er. «Denn nur so schafft man es, plötzlich an einem Festival neben seinem Bruder auf der Bühne stehen zu können. Das ist schon genial.»
Vater pausiert regelmässig
Gleichzeitig sei ihm bewusst, dass das musikalische Abenteuer jederzeit fertig sein könne – Sicherheit, dass der Weg ewig so weitergehen werde, gebe es keine. Sie hätten noch nie einen Plan geschmiedet. Auch nicht zur Frage, wie es weitergehen soll, wenn ihre beiden Senioren dereinst nicht mehr dabei sein können oder mögen. «An Hans und Claudio haben wir keine Erwartungen», sagt Aurel Hassler. Sein Vater Hans ist nicht mehr bei jedem Konzert dabei. «Inzwischen ist Papi gern zu Hause, und dann vermisst er es auch nicht, wenn wir unterwegs sind.» Onkel Claudio dagegen, der mehrfache Senioren-Champion im Squash und inoffizielle Fitnesstrainer der Stubete Gäng, sei noch «wie eine Maschine» dabei: «Für ihn ist jeder Auftritt ein Privileg.»
Ob Badifest, Sommergaudi oder FC-Jubiläum: Auch im Sommer ist die Stubete-Agenda gut gefüllt. Eine kleine Lücke aber ist frei geblieben. So konnte Aurel Hassler eine Woche Sommerferien mit seiner Familie verbringen. Und sogar mehr als einen perfekten Sommertag geniessen.