Darum gehts
- Carmen und Marc Sway komponieren Lied «Flüüge» für Kinderhospiz Flamingo in Fällanden
- Das Lied will Leichtigkeit und Lebensfreude trotz schwieriger Lebenssituationen vermitteln
- Flamingo-Kinderhospiz bietet acht Familien jährlich bis zu vier Wochen Erholung
Wie darf ein Lied klingen, das für ein Kinderhospiz geschrieben wird? Dieser Aufgabe haben sich Sängerin Carmen Lopes Sway (44) und ihr Bruder, Sänger Marc Sway (46), angenommen. Ein Herzensprojekt für die Musikgeschwister, die auch Eltern von je zwei Kindern sind. «Uns war wichtig, dass es nicht ein trauriges Lied wird, sondern dass wir das Leben feiern können», erzählt Lopes Sway, «und wir den Menschen, die dieses Lied hören, Kraft und Unterstützung geben.»
Nachdem die beiden gemeinsam das kürzlich eröffnete Flamingo-Kinderhospiz in Fällanden ZH besucht haben, seien ihnen Text und Melodie nur so zugeflogen. Entstanden ist das Lied «Flüüge», das sie jetzt als ihre Bühnenfigur Tante Carmen singt: «Lass öis flüüge, lass öis flüüge, ja so wiit de Wind öis treit, ich öffne d’Flügel, tue mi füege und ich spüüre d’Liechtigkeit.»
Leben kann schwierig sein
Für Carmen Lopes Sway war es sofort klar, dass sie als Botschafterin der Stiftung Kinderhospiz Schweiz amtet – nicht zuletzt, da sie mit ihrer Familie im gleichen Dorf wie das von der Stiftung realisierte «Flamingo» wohnt. «Wir alle wissen, dass das Leben schön, aber auch schwierig sein kann, oft zur selben Zeit», erzählt die ausgebildete Pflegefachfrau. «Das Leben nimmt seinen Weg und oft nicht so, wie man es geplant hat. Dennoch gibt es immer wieder Momente, in denen sich die Türe öffnet und man wieder eine Leichtigkeit spüren kann.»
Dieser Artikel wurde erstmals in der «GlücksPost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer donnerstags in unserem Heft: zum Abo!
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Genau diese will das zweite Kinderhospiz der Schweiz, das «Flamingo», den Betroffenen bieten. Acht Familien können gleichzeitig bis zu vier Wochen im Jahr dort leben, sich gemeinsam erholen und durchatmen. Das spezialisierte Pflegepersonal sowie Fachpersonen kümmern sich nicht nur um das Kind mit der lebenslimitierenden Erkrankung, sondern auch um die gesunden Geschwister und Eltern.
«Meist wünschen sich Eltern einfach nur Zeit miteinander, beispielsweise um als Familie ein Gesellschaftsspiel machen zu können», sagt Lopes Sway und betont: «Für die Familien ist das Kinderhospiz auch ein Ort, um den Moment und das Leben zu geniessen.»
Mit viel prominenter Unterstützung
Ende Mai präsentierte Tante Carmen nun gemeinsam mit dem Chor der Musikschule Region Dübendorf und der Tanzschule Brooklyn Dance School Fällanden das Lied «Flüüge» bei der offiziellen Eröffnung des Flamingo-Kinderhospizes. Diese moderierte Cloé Salzgeber (25), auch Musiker Toni Vescoli (83) stand in der Zwicky-Fabrik auf der Bühne, und Moderator Röbi Koller (68) las den Kindern vor Ort Märli vor. Rund 2500 Menschen schauten vorbei.
«Ich wurde Botschafterin, damit die Leute aus unserem Dorf die Berührungsangst zum Kinderhospiz verlieren, damit sie wissen und informiert sind, was dort läuft», sagt Carmen Lopes Sway. Denn es sei nicht so, dass deswegen der Leichenwagen ständig durchs Dorf fahre, sondern dass vom Schicksal gebeutelte Familien hier im nahen Naturschutzgebiet am Greifensee etwas auftanken könnten.
Auch ihre Kinder Craig (13) und Niah (10) kennen das «Flamingo», das direkt neben der Schule liegt. «Alle Klassen durften es im Vorfeld der Eröffnung besichtigen, damit die Kinder wissen, was für eindrückliche Arbeit da geleistet wird», erklärt sie. Als Tante Carmen wird Carmen Lopes Sway dort weiterhin Besuche abstatten und gute Laune verbreiten. Getreu einer Liedzeile aus «Flüüge»: «Lass dem Tag meh Läbe schänke. Chum, mir läbed dä Momänt, lass öis flüüge, lass öis flüüge – ja so lang, so lang de Wind öis treit».