SRF-Moderatorin Sabine Dahinden
«Gruppenreisen und Partys machen mich müde»

Seit einem Vierteljahrhundert steht die 58-jährige Moderatorin für «Schweiz aktuell» vor der Kamera. Ein Gespräch über schwindelerregende Einsätze, nervöse Träume und schweigende Liftfahrten.
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Die Urnerin erhielt 2016 den Prix Walo als Publikumsliebling. Die studierte Germanistin lebt mit Ehemann Thierry Carrel in Vitznau LU.
Foto: SRF/Gian Vaitl

Darum gehts

  • Moderatorin feiert 25 Jahre bei «Schweiz aktuell» und teilt Erlebnisse
  • Unvergesslich: 60-Meter-Kletteraktion in einem Windkraftwerk mit Zittern am Aufstieg
  • 2004: Interview mit Herzchirurg führte zur Ehe mit Thierry Carrel
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Andrea Germann
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Seit 25 Jahren sind Sie bei «Schweiz aktuell» – was bedeutet Ihnen dieses Jubiläum?

Ich bin sehr froh um all die Erfahrungen, die ich in diesen Jahren machen konnte. Oft ist es streng, Themen zu finden, sich rasch einzuarbeiten, Texte zu schreiben und auswendig zu lernen, mit Kameramann und Techniker weite Strecken durch die Schweiz zu fahren und vor Ort Liveschaltungen auf die Reihe zu kriegen. Das jahrelange Training sorgt für mehr Sicherheit und Leichtigkeit. Meine Begeisterung ist über die Jahre eher noch gewachsen.

Welche Sendung ist Ihnen am stärksten in Erinnerung geblieben?

Einmal kletterten ein Kameramann und ich im Innern eines Windkraftwerks eine rund sechzig Meter lange Leiter hoch. Mitten auf dem Aufstieg blickte ich nach unten. Das hätte ich besser nicht getan, denn in diesem Augenblick begannen meine Arme und Knie heftig zu zittern. Zum Glück gab es einen Zwischenboden, auf dem ich mich vor dem Weiterklettern erholen konnte!

Was wären Sie als Kind gern geworden?

Genau das, was ich heute mache. Ich wollte schon als Kind gute Geschichten und Berichte schreiben und sie vor einem Mikrofon interessierten Leuten erzählen. Damals dachte ich eher an ein Radio- als ein Fernsehmikrofon.

Für wen haben Sie als Teenager geschwärmt?

Weil wir zu Hause meistens klassische Musik machten, hatte ich in der Schule sehr wenig Ahnung von aktuellen Stars und konnte nicht mithalten, wenn andere von Idolen schwärmten.

Welchen Tag möchten Sie noch einmal erleben?

Am liebsten einen ganz normalen Tag in meiner Kindheit. Meine Eltern wären noch am Leben, wir vier Kinder würden durchs Haus rennen, aus den Zimmern wäre Musik zu hören, weil Mama gerade Klavierunterricht gibt.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

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Wofür sollte es Bussen geben?

Für grobe Bemerkungen und unelegantes Auftreten.

Was denken andere über Sie, was vielleicht gar nicht stimmt?

Weil ich im Fernsehen berufshalber viel rede, sind manche Leute erstaunt, wenn sie merken, dass ich privat ein recht ruhiger Mensch bin.

Welche Eigenschaft hätten Sie lieber nicht?

Dass mich Gruppenreisen und Partys müde machen und ich mich manchmal davonschleichen muss, auch wenn es gerade schön wäre (lacht).

Welches Ereignis hat Ihr Leben verändert?

Die «Schweiz aktuell»-Schwerpunktwoche von 2004 über «600 Jahre Berner Inselspital». Da hatte ich den Auftrag, ein Interview mit dem Herzchirurgen Thierry Carrel zu führen. Dass wir uns so gut verstehen würden und er später sogar mein Mann werden würde, hätte ich damals nie gedacht!

Ihr absolutes Lieblingsessen?

Am liebsten esse ich sehr einfach: Käse mit Kartoffeln zum Beispiel.

Was lernen Sie gerade, was Sie noch nicht so gut können?

Ich lerne gerade wieder ein neues Schnittprogramm. Das ist beruflich notwendig und macht mir viel Spass.

Wären Sie lieber sympathischer oder intelligenter?

Ich fühle mich sehr wohl in meiner Haut.

Auf wen waren Sie zuletzt eifersüchtig?

Glücklicherweise lebe ich beinahe ohne Eifersucht. Ich glaube, das macht vieles einfacher, schöner und harmonischer.

Wie viel sind Sie wert – in Franken?

Ich habe dank den humanitären Einsätzen von meinem Mann gelernt, dass sich vieles nicht am Geld messen lässt.

Wann haben Sie zuletzt geweint?

Als unser Kater verunfallte und auf einmal nicht mehr gehen konnte. Zum Glück hat er sich inzwischen erholt.

Welche drei Gegenstände nehmen Sie mit auf eine einsame Insel?

Meine Filmkamera, ein Notizheft und den Laptop – hoffentlich gibt es dort Strom!

Mit wem würden Sie gern im Lift stecken bleiben?

Mit jemandem, dem es nichts ausmacht, dass wir schweigend auf Befreiung warten.

Wovon haben Sie zuletzt geträumt?

Ich träume regelmässig davon, Livesendungen zu verpassen. Ich verirre mich im Traum auf dem Weg zum Sendeort, vergesse beim Auftritt meinen Text oder bin richtig schlecht gekleidet. Beim Erwachen bin ich dann sehr erleichtert, meine Chance noch nicht verspielt zu haben.

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