Das war das erste Testprogramm des Schweizer Fernsehen
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Mit erstem Versprecher:Das war das erste Testprogramm des Schweizer Fernsehen

Rosmarie Betschart-Burri 94-jährig gestorben
Die erste Schweizer TV-Ansagerin ist tot

Mit Rosmarie Betschart-Burri ist eine wichtige Zeitzeugin der Schweizer Mediengeschichte gestorben. Die damalige Kunststudentin sagte am 20. Juli 1953 die erste vom Uetliberg ausgestrahlte Fernseh-Sendung an. Sie wurde 94-jährig und lebte bei Hombrechtikon ZH.
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Ansagerin Rosmarie Betschart, damals unter ihrem ledigen Namen Burri, 1953 im Studio Bellerive im Seefeld-Quartier. Am 20. Juli kündigte sie hier die erste Sendung an.
Foto: SRF

Darum gehts

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  • Rosmarie Betschart-Burri war die erste TV-Ansagerin der Schweiz
  • Am 16. April 2026 ist sie 94-jährig in Feldbach bei Hombrechtikon ZH gestorben
  • Am 20. Juli 1953 sagte sie die erste vom Uetliberg ausgestrahlte TV-Sendung an
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Jean-Claude GalliRedaktor People

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist am 16. April 2026 in Feldbach in der Gemeinde Hombrechtikon ZH Rosmarie Betschart 94-jährig gestorben, die erste TV-Ansagerin der Schweiz. «Ihr Geist blieb wach bis in die letzten Stunden. Kreativität und Abenteuerlust bestimmten ihr langes und reiches Leben», heisst es in der Todesanzeige.

Am 20. Juli 1953 schrieb die Anfang 1932 geborene Kunststudentin Mediengeschichte, damals unter ihrem ledigen Namen Burri. «Guten Abend, meine Damen und Herren. Es ist heute das erste Mal, dass wir über den Fernsehsender Uetliberg ein Programm ausstrahlen, ein historischer Moment, sozusagen», waren ihre ersten Worte um 20.31 Uhr im Studio Bellerive im Zürcher Seefeld-Quartier.

20 Franken Lohn pro Abend, bar auf die Hand

Blick sprach 2025 am Telefon mit ihr über diese Pionierphase. Betschart erinnerte sich in humorvoller Weise an eine «spannende und lehrreiche Zeit» und erzählte, dass die Ansagerinnen alle Texte auswendig lernen mussten. 

«Wir durften zwar einen Zettel in der Hand haben, sollten aber ausschliesslich in die Kamera schauen. Ich musste stets aufpassen, dass mein Blick nicht zu starr wurde, bekam jedoch rasch Übung. Damals waren blonde Frauen wie ich und meine Kollegin Heidi Abel gefragter, weil man bei den dunkelhaarigen so viel aufhellen musste, dass man das Gesicht fast nicht mehr sah.»

Die Kleider brachten die Frauen selber mit, bevorzugt waren Grau- und Beigetöne. Für Betschart, die Farben mochte, gewöhnungsbedürftig. Kleiderspesen gab es nicht. «Ich bekam pro Abend 20 Franken Lohn, bar ausbezahlt. Und am nächsten Morgen ging ich wieder zur Schule.»

Einen TV-Apparat besass damals fast niemand, auch die Angestellten nicht. Der grosse Popularitätsschub setzte Ende 1950er-Jahre ein. Doch Betschart kam schon vorher auf die Titelseite der Ringier-Zeitschrift «Sie und Er». 

Mit Piloten-Legende Geiger in der Luft

Ihr absolutes TV-Highlight ereignete sich Ende 1953. «Direktor Edouard Haas meinte zu mir: ‹Si miend goh fliege, händ Si Angscht?› Ich sagte, ich sei zwar noch nie geflogen, aber das ginge vermutlich schon.»

Damals vereinbarten die europäischen Rundfunkanstalten, sich einen filmischen Neujahrsgruss zu schicken. «Haas meinte, zu Neujahr und der Schweiz gehöre Schnee. Im Flachland gab es keinen und die Bergbahnen liefen noch nicht. Mit dem Auto rasch in den Schnee zu kommen, war schwierig.»

So fuhr Betschart samt Kameramann per Zug erster Klasse nach Sitten VS und flog mit dem berühmten Gletscherpiloten Hermann Geiger (1914–1966) auf den Theodulgletscher.

«Vor dem Matterhorn sprach ich mit meinen alten Holzskiern im Arm die Neujahrsgrüsse in die Kamera. Wir konnten nur das Bild aufnehmen und ich musste den Kurzfilm später im Studio nachvertonen.»

Thailand, Mexiko, Schweiz

Betschart arbeitete rund ein Jahr beim Fernsehen, dann wollte die diplomierte Textilentwerferin die weite Welt sehen. Ihre Reisen führten sie auch nach Bangkok, wo sie eine Stelle als Kindermädchen bei einer Schweizer Familie antrat. Später lebte sie mit ihrem Mann Marcel Betschart in Mexiko, wo er als Chemiker arbeitete. Aus der Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor. Mitte der 1960er-Jahre kehrte die Familie in die Schweiz zurück und wurde in Feldbach sesshaft, wo Rosmarie Betschart bis zuletzt regen Anteil am Zeitgeschehen nahm.

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