Darum gehts
- Reto Hanselmann, Zürcher Partykönig, spricht offen über psychisches Tief durch Testosteronmangel
- Hunderte positive Nachrichten und Rückmeldungen
- Hanselmann litt unter Angstzuständen, Nachtschweiss, Gewichtszunahme und Libidoverlust mit 40
Seine Worte bewegten viele: «Ich habe die Freude am Leben verloren», sagte der Zürcher Partykönig Reto Hanselmann (44) am Sonntag gegenüber Blick. Der Grund: Vor rund fünf Jahren erlebte er ein psychisches Tief aufgrund seines tiefen Testosteronwertes. Seit dieser behandelt wird, gehe es ihm viel besser. Deshalb will Hanselmann über das Tabu-Thema auch in seinem Podcast «Hanselmann & Heller» aufklären. Die Rückmeldung auf seine Offenheit bestärken ihn darin.
«So etwas habe ich noch nie erlebt. Hunderte Nachrichten habe ich erhalten. Irgendwann hörte ich auf, zu zählen», so Hanselmann. «Sehr viele schrieben mir von ähnlichen Erlebnissen und viele haben mir für meine offenen Worte gedankt», so Hanselmann. Die Zuschriften reichen von «Ich habe genau die Symptome, die du geschildert hast. Ich lasse mich jetzt auch checken», bis «Ich habe Dasselbe erlebt. Mir geht es jetzt auch viel besser», so Hanselmann weiter. «Es ist erstaunlich, welche Wellen das geschlagen hat. Die direkten Rückmeldungen waren überdurchschnittlich positiv. Das habe ich gar nicht so erwartet.»
Bodybuilder witzelten
Besonders eine Nachricht habe ihn bewegt. «Ein Mann schrieb mir, ihm sei es ähnlich gegangen. Die Libido sei verloren gegangen und er hatte Potenzprobleme. Als Folge davon fühlte er sich psychisch verweichlicht. Seit er mit der Therapie begonnen habe, habe er seine Männlichkeit zurückgewonnen. Und er war 37, das Thema betrifft also nicht nur ältere Männer.» Hanselmann selbst litt neben dem Libidoverlust unter Angstzuständen, Nachtschweiss, Alpträumen, Müdigkeit und Gewichtszunahmen.
Wenige vereinzelt negative Nachrichten gingen auch beim Veranstalter ein. «Bodybuilder schrieben mir, sie hätten genug Testosteron und können mir noch etwas abgeben. Oder sie gaben mir Tipps für Fitness-Übungen, die die Testosteronproduktion ankurbeln sollen. Aber das bringt nichts, wenn der Wert so tief ist, wie er bei mir war.»
Viele Medienanfragen
Nicht nur von Privatpersonen bekam Hanselmann Nachrichten, sondern auch von nationalen und sogar internationalen Medien. «Vom Regionalsender über SRF bis zum deutschen RTL. Das Thema Andropause interessiert. Weil es noch immer ein Tabu ist», so Hanselmann. «Viele Männer trauen sich nicht, über solche Dinge zu sprechen. Weil sie den Starken geben wollen. Aber über Schwächen zu sprechen, ist in meinen Augen auch eine Stärke.»
Das Thema sei ihm auch so wichtig, «weil es mein Leben verändert hat. Mit 30 hatte ich die Probleme nicht mehr, aber um meinen 40. Geburtstag kamen diese Stimmungsschwankungen. Es war schwer, das auszuhalten», so Hanselmann. «Die Behandlung hat mir meine Lebensqualität zurückgegeben.»