Darum gehts
- Reto Hanselmann (44) spricht offen über Testosteronmangel und Symptome
- Testosteronspiegel sinkt ab 30 jährlich um 1 Prozent
- Nutzer teilen eigene Erfahrungen
Die Menopause ist ein Begriff, den jeder kennt. Dass es ein männliches Pendant gibt, wissen nur wenige. Es ist ein Tabuthema, das der Zürcher Partykönig Reto Hanselmann (44) nun brechen möchte, weil er selbst davon betroffen war.
Vor fünf Jahren begannen die Symptome plötzlich: Nachtschweiss, Angstzustände, Alpträume, Müdigkeit, Gewichtszunahme – und kaum mehr Libido. «Ich hatte keine Lebensfreude mehr», sagt Hanselmann zu Blick. Ein Hormoncheck brachte die Erklärung: Sein Testosteronwert lag praktisch bei null.
Seither lässt er sich einmal wöchentlich das männliche Sexualhormon spritzen. «Es hat mir buchstäblich mein Leben und meine Zufriedenheit gerettet», sagt er. Männer würden viel zu selten über solche Beschwerden sprechen. «Dabei sinkt der Testosteronhaushalt ab 30 jährlich um 1 Prozent.»
Leser feiern Hanselmanns Mut
In der Kommentarspalte sorgt seine Offenheit für zahlreiche Reaktionen. Einige Leser zeigen sich erleichtert, dass endlich ein Mann offen über dieses Tabuthema spricht. User Stefan Mäder lobt: «Bravo, Reto Hanselmann, spricht mal ein betroffener Mann über diese Erscheinung. Diese sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden! Gratuliere zu Retos Mut!»
Ähnliche Worte findet Leser Panos Perreten: «Die Libido ist nicht das, was den Mann ausmacht, doch viele Männer haben das noch nicht begriffen und definieren sich nur darüber. Es ist wirklich Zeit, das zu ändern.» Auch Sonke Zender schreibt anerkennend: «Sympathischer Typ! Älter werden ist auch für den Mann nicht einfach!»
Mutige Einblicke in ein Tabuthema
Einige Nutzer teilen sogar ihre eigenen Erfahrungen. Aleksandar Dimic berichtet: «Ich kann diese Erfahrungen teilen, mit 40 fiel mein Testosteron unter den Grenzwert. Alle Symptome von Hanselmann kann ich bestätigen. Nun mache ich eine Testosterontherapie, und nach Aussagen meines Arztes macht sie im Schnitt jeder dritte Mann ab 35.»
Andreas Schreiber ergänzt: «Ich muss auch Testosteron spritzen. Durch einen Tumor wurde meine Hypophyse um 75 Prozent zerstört. Ohne Testosteron könnte ich mein Leben nicht mehr geniessen.»
Lebensstil hat hohen Stellenwert
Leser Markus Weber hat ebenfalls eine Testosterontherapie begonnen, die ihm deutlich geholfen hat. «Männer sollten das Thema ernst nehmen und sich nicht scheuen, offen darüber zu sprechen.» Allerdings würde er nicht jedem gleich zur Spritze raten. «Viel wichtiger ist zuerst, den eigenen Lebensstil zu prüfen: Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stressmanagement. Damit kann man schon viel bewirken.»
Auch Peter Gross hebt hervor, wie entscheidend der Lebensstil für das männliche Wohlbefinden sei. «Mein Tipp: gutes Essen, gutes Fleisch, viel gesunde Luft, kein Alkohol, keine Zigaretten und andere Drogen», schreibt er. Entscheidend seien zudem acht bis zehn Stunden Schlaf und täglich fünf Minuten in einer Powerpose. «Allein das kann den Testosteronspiegel um bis zu 20 Prozent erhöhen.» Wer hingegen nur Partys mache, wenig schlafe und Sport sowie gesunde Ernährung vernachlässige, bringe seinen Körper schnell aus dem Gleichgewicht. «Ich bin über 40 und bei mir ist alles tiptop. Das heisst aber nicht, dass ich keine schlechten Tage habe.»