Darum gehts
- Remo Forrer spricht erstmals offen über Erfahrungen mit Männern und Frauen
- Im Toggenburg sei Sexualität ein Tabuthema gewesen, der ESC habe ihm neue Perspektiven eröffnet
- Seine letzte Beziehung war mit einem Mann, heute ist Forrer Single und lehnt klassische Outings ab
Remo Forrer (25) ist zu Gast im Podcast «Spaghetti mit Ketchup und Chäs» von Jonathan «Jontsch» Schächter (44). Dort spricht der St. Galler so offen wie nie über seine sexuelle Orientierung: «Das ist eine Premiere.»
«Ich habe schon meine Erfahrungen mit Männern und mit Frauen gemacht», erklärt der ehemalige ESC-Teilnehmer, «ich bin da grundsätzlich sehr offen». Einen expliziten Begriff für seine Sexualität wählt der Sänger allerdings nicht.
Der ESC half
Schächter will wissen, ob sich der «Watergun»-Interpret dessen schon während der Pubertät bewusst gewesen sei. «Ich glaube, darüber nachgedacht habe ich schon», erklärt der 25-Jährige. «Ich hatte eigentlich immer Freundinnen und war eher mit Frauen unterwegs», aber man bemerke es eben. Vielleicht traue man sich nicht, es richtig zuzulassen, oder man akzeptiere diesen Teil von sich noch nicht. Es habe sich dann «irgendwann einfach ergeben».
Auf die Frage, ob er eine Präferenz habe, meint Forrer, es sei «lange ein Kampf» für ihn gewesen, «weil ich dachte, ich muss mich für eine Seite entscheiden». Im Toggenburg, wo er aufgewachsen ist, sei es sowieso «ein wenig ein Tabuthema» gewesen. Der ESC habe ihm schliesslich einen ganz neuen Horizont eröffnet.
Kein Fan klassischer Outings
Zuletzt war Forrer in einer Beziehung mit einem Mann. Da er immer ein enges Verhältnis zu seinen Eltern gepflegt habe, habe er gewusst, dass die Beziehung für sie kein Problem darstellen würde, «trotzdem hat man Angst vor der Reaktion». Es sei aber «völlig easy» gewesen. Mittlerweile ist der Musiker wieder Single.
«Allgemein finde ich, Outings braucht es nicht», hält Forrer zum Schluss des Podcasts hin fest. Gegenüber Blick verrät der Sänger, dass er noch nie eine grosse Sache aus seiner Sexualität gemacht hat. Er wünsche sich, dass die Gesellschaft an einen Punkt komme, an dem sexuelle Orientierung keine Rolle mehr spiele, «wo jede und jeder lieben darf, wen er oder sie möchte, ohne sich erklären zu müssen.»
In erster Linie aber wolle er für seine Musik bekannt sein. Angst, Fans zu verlieren, habe er keine gehabt. «Meine Fans mögen mich für die Person, die ich bin und für meine Musik, nicht, weil ich jemand bestimmtes liebe oder nicht.»