Darum gehts
- Niedrigwasser stoppt die MS Edelweiss nach Strassburg
- Seit Juli traf es 40 Abfahrten; 14 wurden abgesagt
- Die Quöllfrisch-Buebe verzichten angesichts der höheren Gewalt auf ihre Gage
Am Wochenende hätte das Flusskreuzfahrtschiff MS Edelweiss eigentlich von Basel nach Strassburg schippern sollen. Mit an Bord wären nebst den bis zu 180 Gästen auch die Sängerin Marina Da Vinci, Berufskollege René Bisang und das Ländler-Trio Quöllfrisch-Buebe gewesen. Doch aus der musikalischen Flussfahrt wird nun nichts, der Wasserpegel des Rheins lässt dies nicht zu. Das teilt der Veranstalter Thurgau Travel den Gästen via Mail mit.
Der tiefe Pegelstand hat heuer nicht zum ersten Mal Folgen für die geplanten Reisen. «Seit Juli hat sich das Niedrigwasser auf dem Rhein auf rund 40 unserer Abfahrten ausgewirkt. Rund zwei Drittel davon konnten wir mit angepasstem Programm durchführen. 14 Reisen mussten wir absagen, meist Kurzreisen», erklärt Kevin Signer, Head of Touroperating und Mitglied der Geschäftsleitung von Thurgau Travel, gegenüber Blick.
Weitere Absagen können nicht ausgeschlossen werden. «Wir prüfen derzeit alle Abfahrten der nächsten drei Wochen besonders genau. Den Entscheid treffen wir nicht allein. Massgebend ist die Beurteilung der Reederei auf Basis der offiziellen Pegelstände, Prognosen und Vorschriften. Dabei prüfen wir auch Ersatzschiffe und alternative Routen», so Signer. Betroffene Gäste würden so früh wie möglich informiert.
«Wir machen Musik nicht wegen des Geldes»
Mit der Absage verlieren auch die Quöllfrisch-Buebe, bestehend aus Severin Schäfli (31) sowie den Cousins Ramon (38) und Philipp Manser (33), ihr Engagement fürs Wochenende. Was eine mögliche Entschädigung betrifft, möchte Signer nichts Konkretes sagen, «zu Gagen und Vertragsdetails äussern wir uns nicht».
Anders sieht das bei Philipp Manser aus: «Wir machen Musik aus Freude, wir machen das als Hobby und nicht wegen des Geldes. Klar, das muss auch mal gesagt sein, das Instrument kostet Geld, Zeit, die man nicht bei der Familie ist, ist nicht ersetzbar. Aber bei höherer Gewalt, sei es Trockenheit, sei es Brand, Todesfall, sei es Überschwemmung oder eben Niederwasser, da verzichten wir sehr, sehr, sehr gern auf eine Gage.» Schliesslich seien die Umstände nicht nur für die Leute, die gebucht hätten, unglücklich, sondern auch für den Veranstalter.
Die Absage bezeichnen die drei Thurgauer als «sehr, sehr schade». Erst vor wenigen Tagen hätten sie bei einem Frühschoppen gespielt und seien dabei auf viele Leute getroffen, die sie auf der «urchigen Schweizerreise» – wie es im Reiseprogramm heisst – begleitet hätten. «Wir waren eigentlich sehr positiv gestimmt gewesen und hatten uns auf eine ganz tolle Zeit und drei Tage Flussreise nach Strassburg gefreut», so Philipp Manser. Daraus wird jetzt zwar nichts, doch sind sie «sehr hoffnungsvoll», dass es in Zukunft wieder zu einer Anfrage vom Veranstalter kommen wird. Darauf freuen sie sich jetzt schon.