Darum gehts
- Julia Steiner erhielt Hausverbot bei Coop wegen eines nicht bezahlten Gipfelis
- Coop sprach von «Ungereimtheiten» und schloss die Spurensuche offiziell ab
- Der Einkauf der Comedienne betrug insgesamt 175 Franken im Zürcher HB
Ein Einkauf über 175 Franken, ein nicht eingescanntes Gipfeli und eine Stichproben-Kontrolle bei Coop sorgten vor etwas mehr als zwei Wochen für Schlagzeilen. Im Zentrum: Die Schweizer Comedienne Julia Steiner (26). Weil sie das Gebäck beim Posten am Zürcher HB nicht bezahlt hatte, wurde ihr von einer «Sicherheitsperson», wie Steiner selbst auf Instagram erzählt, eine Busse aufgebrummt. Ausserdem habe sie für besagte Filiale nach eigener Aussage ein zweijähriges Hausverbot erteilt bekommen. Gegenüber Coop hege sie keinen Groll, erklärte Steiner später gegenüber Blick. Der Detailhändler wollte den Fall «aus Datenschutzgründen» nicht bestätigen – und auch nicht weiter kommentieren.
Umso erstaunlicher ist jetzt aber, dass Coop die Angelegenheit in seiner eigenen Zeitung erneut aufgreift. In einem Artikel schreibt Rebecca Veiga, ihres Zeichens Leiterin Kommunikation, von einer erfolglosen «Spurensuche» nach eben jenem Gipfeli, das für einen Aufschrei in Kommentarspalten und Zeitungen gesorgt hatte. Veiga schreibt von «Coop-Bashing». Und davon, dass der Lebensmittel-Riese der Comedienne im Nachgang einige Fragen gestellt habe – dabei sei es zu «Ungereimtheiten» gekommen.
Fake News oder lückenhafte Ermittlungsarbeit?
Steiner habe erklärt, dass sich der Vorfall bereits vor einem Jahr ereignet habe. Auch den Hinterraum, in den die Komerikerin geführt worden sei, gäbe es nicht. Und weiter: «Grundsätzlich kennt Coop keinen Fall, in dem ein Hausverbot nur für eine einzelne Verkaufsstelle ausgesprochen wird». Egal ob es sich um Fake News oder lückenhafte Ermittlungsarbeit handle: «Am Ende bleibt eine lustig gemeinte Story einer Comedian und ganz nebenbei eine kostenlose Diebstahlprävention für Coop.» Die Spurensuche nach dem «verf*ckten Gipfeli» sei damit abgeschlossen.
Blick konfrontiert Steiner mit der Coop-Berichterstattung – und will wissen, wie es sich mit den erwähnten «Ungereimtheiten» verhält. Die Comedienne antwortet: «Wir haben das mit Coop zusammen geklärt - sie haben sich auch für eine humoristische Einordnung entschieden und somit stimmt das für alle Parteien. Alles gut so.» Und der Detailhändler? Auf Blick-Anfrage lässt Kommunikationschefin Veiga verlauten: «Für Coop ist mit meinem Kommentar in der Coopzeitung alles gesagt.» Und weiter: «Julia ist bei uns als Kundin willkommen.» Und zwar in allen Filialen, so Veiga.