Darum gehts
- Steve Merson, erfolgreicher Influencer, erzählt von seiner schwierigen Vergangenheit
- Als Kind erlebte er Gewalt, Drogen und eine Flucht ins Frauenhaus
- 2022/2023 überwand er Depressionen mit psychologischer Hilfe
Stefano Lenherr (32) lebte einst von gespendeten Teigwaren. Das war, bevor er zu Steve Merson wurde, einem der erfolgreichsten Influencer der Schweiz. Während er sich sein Imperium aufbaute, fehlte es an Geld. Während er hungrig nach Erfolg war, musste sein Magen wortwörtlich hungern. Das erzählt der Content Creator in der neusten Folge des Podcasts «Spaghetti mit Ketchup und Chäs» von Jonathan «Jontsch» Schächter (44).
Es war aber nicht nur körperlich ein steiniger Weg. Auch mental musste Merson in seinem Leben schon einiges durchmachen. «Früher hatte ich oft das Gefühl, ich sei nicht gut genug und müsste jemand anderes sein.» So entstand kurzerhand seine öffentliche Persona Steve Merson, da Stefano Lehnherr seiner Ansicht nach nicht ausreichte.
Frauenhaus, Drogenvater, Depressionen
Über die Jahre lernte er viel über sich selbst und merkte irgendwann: «So, wie ich bin, bin ich gut genug!» Er wuchs immer mehr in seine Kunstfigur rein, sodass die Grenzen zwischen Stefano Lenherr und Steve Merson immer mehr verschwammen. Dorthin zu kommen, war jedoch schwierig, verbunden mit Depressionen und Tiefpunkten.
Als er fünf ist, trennen sich seine Eltern. Sein Vater ist stark alkohol- und drogenabhängig und zudem gewalttätig, der kleine Stefano flüchtet mit seiner Mutter ins Frauenhaus. Später zieht er mit der Mutter nach Adliswil ZH, sie kommt mit dem Nachbarn zusammen. Grundsätzlich, sagt Merson, habe er eine schöne Kindheit gehabt, doch sein leiblicher Vater hinterliess ein starkes Trauma bei ihm. Als Steve Merson in der Pubertät war, schaffte es der Vater, sich ins Leben seines Sohnes zurückzuschleichen und ihn zu manipulieren – so sehr, dass der 14-jährige Stefano zu seinem Vater zog. Dort musste er mitansehen, wie sich ein Vater Heroin spritzte.
Erst Jahre später findet er den Weg zu seiner Mutter zurück. Die Depressionen suchen ihn aber immer wieder heim, zuletzt 2022/2023. Mithilfe einer Psychologin schafft er es aus der Krankheit raus.
Die Person hinter der öffentlichen Figur
Obwohl er nicht auf der Suche nach einer Beziehung ist, treibt sich Steve Merson auf Tinder herum. Bei vielen Frauen auf der Datingplattform hat er jedoch das Gefühl, dass sie nur an seiner öffentlichen Persona interessiert sind. «Ich habe das Gefühl, die wollen Steve Merson – und ich will eigentlich, dass sie den Stefano wollen.»
Die Zeiten der gespendeten Pasta, von denen er sich einst ernähren musste, sind definitiv vorbei. «Ich muss nicht mehr beschissene Teigwaren essen», sagt der Influencer erleichtert. Jetzt lässt er die Zukunft auf sich zukommen – auch wenn er einen gewissen Druck verspürt, seinen jetzigen Erfolg aufrechtzuerhalten.