Was war da los am Zürcher Letten? Nachdem mehrere Tausend Menschen am Zürcher Letten am Samstag den Beginn der Sommersaison eingeläutet hatten, waren Anwohnerinnen und Spaziergänger am Sonntagmorgen fassungslos: Ein Grossteil der Partygänger hielt es offenbar nicht für angebracht, den angeschleppten Müll zu entsorgen – und liess ihn kurzerhand liegen. Videoaufnahmen zeigen zudem, dass besonders viel Güsel direkt in der Limmat landete.
Auffällig: Für die Party namens «Season Opening», organisiert vom Event-Riesen Maag, gab es ein ausgeklügeltes Awareness-Konzept «und auch ein Abfallkonzept», wie der Veranstalter jetzt gegenüber Blick erklärt.
«Nachhaltigkeit ist uns wichtig»
«Nachhaltigkeit ist uns wichtig und im Daily-Betrieb mit Depot-Geschirr fest verankert», erklärt Cornelia Stutz, Projektleiterin Marketing bei der Maag Music & Arts AG. Und weiter: «Beim Opening stösst dieses System aufgrund der enormen Menschenmassen an seine logistischen Grenzen.»
Dass es kein Abfall-Konzept beim Event gegeben habe, verneint Stutz: «Es wurden diverse zusätzliche Entsorgungsmöglichkeiten auf unserem Areal aufgestellt. Zudem stehen wir im Austausch mit Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ), damit auch auf den öffentlichen Flächen zusätzliche Kapazitäten vorhanden sind. Aufgrund der enormen Menschenmassen war die Leerung während des Events logistisch kaum möglich.» Die grosse Reinigung erfolge jeweils bei Tagesanbruch am frühen Morgen – also am Sonntag – danach. Zudem betone man, dass das Opening nicht nur auf dem eigenen Areal, sondern auch auf öffentlichem Gelände stattfinde, wo Besucherinnen und Besucher eigene Getränke und Verpflegung mitbringen.
Der Veranstalter sucht nach zukünftigen Lösungen
Auch für die Veranstalter ist das Verhalten der Besucherinnen und Besucher dennoch kaum nachvollziehbar. «Die entstandenen Müllmengen schockieren uns selbst. Wir akzeptieren ein solches Verhalten gegenüber der Umwelt und der Nachbarschaft nicht. Ein friedliches Miteinander am Letten ist uns ein grosses Anliegen.» Man sitze bereits mit dem ERZ zusammen, um das System zu verbessern. Für zukünftige Events prüfe man noch mehr Entsorgungs-Kapazitäten. «Das Ziel ist eine Lösung, die auch bei sehr hohen Besuchendenzahlen funktioniert», so der Veranstalter abschliessend.