Likes mit Landwirtschaft
Patrick Danuser stellt die Landwirtschaft ins Rampenlicht

Als Junge wollte Patrick Danuser nie Bauer werden: Heute gewährt der St. Galler online mehr als 51'000 Followern Einblicke in seinen Alltag auf dem Danuser-Hof. Sein Mentor: Mundartstar Trauffer.
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Aufnahmen im mobilen Hühnerstall. Die Hühner werden vorwiegend mit Rheintaler Ribelmais gefüttert und dürfen bei passender Witterung nach draussen auf die Wiese.
Foto: SAMUEL TRUEMPY

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Patrick Danuser, 30, aus St. Gallen begeistert 51'000 Instagram-Follower mit Hofvideos
  • Danuser kombiniert authentische Landwirtschaftseinblicke mit Humor und zeigt auch Herausforderungen
  • 2025 zum «Beliebtesten Landwirt» gewählt, 90 Minuten Arbeit für 90-Sekunden-Clips
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Hannah Jauch
Schweizer Illustrierte

Ob bei der Rüebliernte, der Kälberaufzucht oder der Weizenaussaat: Patrick Danuser zückt sein Handy und zeigt in den sozialen Medien den Hofalltag. Das kommt an: Mehr als 51'000 Menschen folgen ihm auf Instagram. Die österreichische Fachzeitschrift «Der Landwirt» kürte ihn Ende vergangenen Jahres zum «Beliebtesten Landwirt 2025», weil er online über die Herausforderungen und die Erfolge spricht, die Bauern täglich erleben. «Ich möchte zeigen, dass es der coolste Beruf ist. Dies versuche ich informativ, authentisch und mit ein wenig Humor», sagt der 30-jährige St. Galler.

Arbeit ohne Filter

Landwirt wollte Danuser früher nie werden. «Als Jugendlicher hatte ich nur Flausen im Kopf.» Obwohl er auf dem elterlichen Hof aufwuchs, entschied er sich für eine Schlosserlehre. Doch dann riss zum zweiten Mal sein Kreuzband. Bauarbeit? Verboten. Perspektive? Unklar.

Als Übergangslösung half er auf dem Hof aus. Er merkte: Hier ist sein Platz. 2019 stieg er Vollzeit ein. Die Lehre zum Landwirt schloss er 2022 ab, den Meister macht er zurzeit gerade. «Danach lese ich nie wieder ein Buch», scherzt er. Wichtiger ist es ihm, die Namen der Kühe zu kennen.

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Vor eineinhalb Jahren bekam Danuser von Bekannten wiederholt den Hinweis: «Du chasch guat schwätze – mach doch Videos!» Heimlich drehte er ein erstes Video. Als es 100 Likes bekam, war Danuser überwältigt. «Ich habe mir vorgestellt, wie hundert Leute auf diesen Knopf drückten. Ich fühlte mich wie ein Siebesiech.»

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.schweizer-illustrierte.ch.

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Seine Clips sind authentisch. «Es gibt keine Kulisse», so Danuser, «ich filme, wie es ist.» Trotzdem bedeutet ein 90-Sekunden-Video rund 90 Minuten Arbeit. Kontroverse Themen greift er ebenfalls auf. Wenn behauptet wird, Tiere würden wie Nummern behandelt, widerspricht er: «Das Tierwohl steht an erster Stelle.» Und gesteht zugleich: «Tiere zu töten, gehört dazu. Es ist nicht schön, und ich fühle mich Tage vorher unwohl.» Er ist überzeugt, dass Schweizer Bauern ihr Bestes für nachhaltige, gesunde Lebensmittel geben – und nutzt seine Social-Media-Plattform, um genau das zu zeigen.

Diese Arbeit bezeichnet der Schweizer Bauernverband als «extrem wertvoll». Mediensprecherin Sandra Helfenstein bestätigt: «Aufklärung schlägt Brücken zu Menschen, die keinen Bezug zur Landwirtschaft haben. So wird sichtbar, dass etwa Tierwohl und Biodiversität grosse Priorität haben.

Promi-Follower

Nach Follower-Zahlen jage er nicht, so Danuser. Er freue sich über die Resonanz seiner über 51'000 Fans auf Instagram. Aber: «Das Wichtigste ist, dass alles echt bleibt.» Eines Tages folgte ihm Marc Trauffer und bestellte sogar ein Hof-Cap. Aus Neugier schrieb Danuser dem Musiker, und es kam zu einem Treffen.

Die beiden verstanden sich auf Anhieb. Trauffer nahm den Song «Traktor» auf dem Danuser-Hof auf, drehte Videos mit Danuser, wurde zu einer Art Mentor. «Junge, innovative Menschen muss man unterstützen», sagt Trauffer. Beim Konzert im Hallenstadion Ende 2025 fuhr Danuser den Mundartstar dann sogar mit seinem Traktor durch die Menge.

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