Darum gehts
- Am 14. Juni stimmt die Schweiz über die 10-Millionen-Initiative ab
- Die Initiative sieht vor, die Bevölkerung bis 2050 auf 10 Mio. zu begrenzen
- Derzeit leben 9.1 Millionen Menschen in der Schweiz, laut Behördenstatistik
Am 14. Juni stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung über die sogenannte 10-Millionen-Initiative ab, mit der die SVP die Anzahl der hierzulande wohnhaften Personen deckeln will. Diese Initiative sorgt auch ausserhalb der Eidgenossenschaft für Aufmerksamkeit, so beispielsweise beim britischen Influencer Alejandro, der in einem Instagram-Reel auf das Vorhaben eingeht.
«Die Schweiz ist dabei, etwas zu tun, was noch kein Land zuvor getan hat», beginnt Alejandro seinen zweiminütigen Dialog und erklärt dann die Initiative, wonach bis 2050 nicht mehr als 10 Millionen Personen in der Schweiz wohnen dürften – und das bei einer aktuellen Bevölkerungszahl von 9,1 Millionen Menschen. Würde die Initiative angenommen, so würde beim Erreichen von 9,5 Millionen Personen «die Bremse gezogen». «Keine Asylbewerber mehr, strenge Beschränkungen für die Familienzusammenführung und viel strengere Arbeitsgenehmigungen», so Alejandro.
Bei der 10-Millionen-Marke «wäre die Regierung gesetzlich verpflichtet, das Abkommen über den freien Personenverkehr mit der EU zu kündigen.» Seine Aussagen diesbezüglich stimmen allerdings nur bedingt, da in einem ersten Schritt der UNO-Migrationspakt gekündigt werden müsste. Das Personenfreizügigkeitsabkommen müsste erst dann gekündigt werden, wenn trotz weiterer Massnahmen auch nach zwei Jahren die Bevölkerungszahl noch über zehn Millionen betragen würde.
Sollte es tatsächlich so weit kommen, würden gemäss Alejandro Unternehmen wie Roche oder Nestlé «plötzlich über Nacht den Zugang zu europäischen Arbeitskräften verlieren».
«Was weisst du schon, junger Mann?»
Er erwähnt auch die Argumente der Ja-Seite, in diesem Falle der SVP. «Sie sagen, die Infrastruktur sei überlastet, die Wohnkosten seien wahnsinnig hoch und die Bevölkerung sei seit 2000 fünfmal schneller gewachsen als der EU-Durchschnitt. Fast 30 % der Einwohner sind nicht dort geboren.» Diese Worte klingen für ihn vertraut, auch in Grossbritannien werde so argumentiert. Für Alejandro ist klar: «Die Schweizer Wirtschaft ist auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. Krankenhäuser, Hotels, Universitäten, Baustellen – sie alle sind auf Menschen aus anderen Ländern angewiesen.» Die Initiative werde daher gemäss ihm von Kritikern zu Recht «Chaos-Initiative» genannt.
Ihm stellt sich diesbezüglich eine Frage: «Kann ein reiches Land einfach beschliessen, dass es voll ist, und die Tür schliessen, auch wenn das die Wirtschaft ruiniert?» Eine ganz andere Frage beschäftigt derweil den Schweizer Musiker Chris von Rohr, der online über das Video gestolpert ist und es in Grossbuchstaben folgendermassen kommentiert: «Was weisst du schon, junger Mann?»