Darum gehts
- Léa Doffey ist die erste Schweizerin bei der Castingshow «Star Academy» auf TF1
- Sie hat keine professionelle Ausbildung, aber eine grosse Fanbasis und viel Charisma
- Auch die Bieler Stadtpräsidentin Glenda Gonzalez Bassi fiebert aktiv mit
Am Samstag, 7. Februar, singt Léa Doffey (22) vor einem Millionenpublikum um den Sieg bei «Star Academy» auf TF1. Die Bielerin ist die erste Schweizerin, die als Kandidatin in der grössten französischen TV-Castingshow auftreten darf. Ihren Job als medizinische Praxisassistentin hat Doffey vorübergehend aufgegeben. Letzten Herbst aus 20'000 Bewerbungen ausgewählt, wird sie seither in der «Academy» in Frankreich mit 16 weiteren Kandidaten in Gesang, Tanz und Bühnenpräsenz gecoacht.
Eine professionelle Ausbildung hatte Doffey bisher nicht. In den samstäglichen Liveshows bestimmt jeweils das Fernsehpublikum per Televoting, wer es eine Runde weiter schafft. Womit schon das wohl grösste Handicap von Doffey angesprochen ist. Gemäss Reglement dürfen nur Personen mit Wohnsitz in Frankreich per Anruf oder SMS für jeweils 0.99 Euro abstimmen. Aber ihre Fans, die «Léaddicts», liessen sich etwas einfallen und haben eine «Cagnotte» (Gemeinschaftskasse) eingerichtet, um Stimmen zu finanzieren.
Grosse Unterstützung aus der Westschweiz und Frankreich
Auf der Plattform Happy Pot sind bis Freitagabend über 45'000 Franken eingegangen. Léas Bruder Loïc koordiniert die Spenden. TF1 akzeptiert dieses Stellvertreter-System. Es kam in früheren Jahren bereits bei belgischen Kandidaten zur Anwendung. Und Doffeys Finalgegnerin, Ambre Jadah (18) aus Paris, könnte ebenfalls von Auslandstimmen profitieren. Doffey holt jedoch auch sehr viele Direktstimmen, was ihre Beliebtheit in Frankreich unterstreicht.
Ein Sieg bei der auch «Star Ac'» genannten Show ist lukrativ. Die Gewinnerin erhält einen Vertrag mit Sony Music France für die Produktion ihres Debütalbums und eine Prämie von 100'000 Euro.
Léa Doffey ist in Bellmund bei Biel BE aufgewachsen. Sie besuchte eine deutschsprachige Schule, während sie zu Hause Französisch und mit ihrer Familie mütterlicherseits auch Portugiesisch sprach. TF1 wird in der Schweiz fast ausschliesslich im Welschland geschaut. «Die Unterstützung der französischsprachigen Schweiz berührt uns sehr», sagen Anne-Marie und Jean-Luc Doffey. «Und wir erhalten sogar Unterstützung aus Portugal.»
«In jedem Fall Champagner»
Die Eltern sind überzeugt, dass ihre Tochter gewinnt und so auch die Deutschschweiz begeistern könnte. «Aber Champagner gibt es in jedem Fall.»
Die Bieler SP-Stadtpräsidentin Glenda Gonzalez Bassi (58) verfolgt die TV-Show ebenfalls. Es sei unter anderem dem soziokulturellen Angebot der Gemeinde zu verdanken, dass junge künstlerische Talente wie Nemo oder nun Léa Doffey gefördert würden, meint sie. Doffey übte für ihre Bewerbung im Jugendtreff Villa Ritter.
Das Finale vom 7. Februar wird auf einer Grossleinwand im Kongresshaus Biel gezeigt. Türöffnung ist um 19.30 Uhr, die TV-Show aus der Accor Arena in Paris beginnt um 21.10 Uhr.