Koch Mosimann erinnert sich
Die Queen war verrückt nach Schweizer Schoggi

Die verstorbene Königin prägte die britische Monarchie wie keine andere. Der Schweizer Koch Anton Mosimann erinnert sich anlässlich ihres 100. Geburtstags an die Zusammenarbeit.
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Am 21. April würde Queen Elizabeth II. ihren 100. Geburtstag feiern.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Anton Mosimann kochte über 40 Jahre für Queen Elizabeth II.
  • Die Queen liebte Pilzrisotto und verabscheute Knoblauch in Speisen.
  • Mosimann lebt seit 2024 in Montreux und erinnert sich wehmütig.
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Sarina Bosshard, GlücksPost
Glückspost

Sie war der Inbegriff von royaler Würde und eine Konstante in stürmischen Zeiten: Am 21. April würde Queen Elizabeth II. (1926–2022) 100 Jahre alt werden. Ein Leben, das geprägt war von Pflichterfüllung, eiserner Disziplin und royalem Glanz. Auch fast vier Jahre nach ihrem Tod bleibt die Erinnerung an ihre farbenfrohen Kostüme, ihr herzliches Lachen und ihre Liebe für Corgis weltweit lebendig. Einer, der die Queen hinter den Palastmauern kennenlernen durfte, ist Anton Mosimann (79). Der Schweizer Spitzenkoch verköstigte die Britin während mehr als 40 Jahren.

Erstmals traf er sie während seiner Zeit im renommierten Dorchester Hotel in London. Nachdem er für sie gekocht hatte, durfte er sich vorstellen. Aus dieser «tollen Begegnung» resultierte eine langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Für seine ausserordentlichen Verdienste ernannte Queen Elizabeth II. den gebürtigen Solothurner später sogar zum Offizier des Ordens des Britischen Empires (OBE).

«Mein Essen war sehr leicht und einfach. Schön präsentiert und gut gekocht. Das hat der Königin sehr, sehr gut gefallen», blickt Mosimann zurück. Inspiriert durch seine Arbeit in Japan und Italien, liess er immer wieder feine Details dieser Küchen in seine Kreationen einfliessen. «Meinen berühmten Pilzrisotto mochte sie sehr. Und auch marinierter schottischer Lachs mit verschiedenen Chrütli, etwas Ingwer und einer leichten Vinaigrette», verrät der Starkoch, der seit 2024 in Montreux VD wohnt. Aber es gab eine eiserne Regel auf dem royalen Speiseplan: Was er der Queen niemals servieren durfte, war Knoblauch. «Das war ein absolutes Tabu!»

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Dieser Artikel wurde erstmals in der «GlücksPost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer donnerstags in unserem Heft: zum Abo!

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Sie war eine Perfektionistin

Doch sie wusste nicht nur beim Essen genau, was sie wollte. Auch wenn sie selbst als Gastgeberin auftrat, überliess die Monarchin nichts dem Zufall. Für ihre Gäste musste stets alles makellos sein. Selbst wenn der Chef-Butler vor einem Staatsbankett auf Schloss Windsor schon mit dem Massstab millimetergenau kontrolliert hatte, ob Gläser und Besteck richtig platziert waren, liess es sich die Queen nicht nehmen, persönlich vorbeizuschauen, um alles zu überprüfen. «Die Perfektion, die sie ausgestrahlt und auch zelebriert hat, war unglaublich», sagt Mosimann voller Bewunderung.

Hinter dieser tadellosen Fassade verbarg sich jedoch eine überaus humorvolle und warmherzige Frau. Wer das Privileg hatte, sie abseits der Kameras zu treffen, erlebte eine faszinierende Persönlichkeit. Als Präsident der Royal Warrant Holders Association, einer Hoflieferanten-Vereinigung, konnte er mehrmals privat mit ihr sprechen. «Das war so interessant. Sie wusste richtig Bescheid über Gott und die Welt», schwärmt der Starkoch. «Wir haben gelacht, und es war lustig. Eine ganz andere Königin, als man sie sonst kannte.» Diese Begegnungen haben bei ihm tiefe Spuren hinterlassen: «Wir waren so begeistert von ihr. Wie aufgeschlossen sie war und welche Freude sie hatte.» Er habe nur die besten Erinnerungen an sie.

Gemeinsam hätten sie auch über die Schweiz gesprochen. Denn sie habe hier öfter ihre Ferien verbracht. Kein Wunder also, dass sie ein grosser Schoggi-Fan war. «Zum Kaffee haben wir ihr Schweizer Schokolade serviert. Vor allem die hausgemachten Pralinés hat sie sehr geschätzt», erzählt Mosimann.

Besonderer Stellenwert

All diese süssen Erinnerungen mischen sich heute unweigerlich mit Wehmut. Für Anton Mosimann hat der Tod der Queen eine spürbare Lücke hinterlassen. «Wenn man vom Königshaus spricht, verbindet man es automatisch mit ihr. Es heisst stets: ‹Wir vermissen sie. Sie war eine phantastische Frau und eine gute Regentin.›» Zwar mache auch König Charles III. (77) – von dem Mosimann als Zeichen der Wertschätzung mehrere handschriftliche Dankesbriefe besitzt – einen wirklich guten Job. Aber: «Die Queen ist die Queen und schwierig zu ersetzen.»

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